Experte mit Warnung 18.02.2024 14:49:00

"Black Swan"-Autor Taleb warnt vor US-Schuldenkrise und "Ansteckungsgefahr" für die Weltwirtschaft

"Black Swan"-Autor Taleb warnt vor US-Schuldenkrise und "Ansteckungsgefahr" für die Weltwirtschaft

• Nassim Taleb sieht US-Schuldenkrise als Todesspirale
• USA brauchen "ein Wunder"
• Negativer Blick auch auf die Aktienmärkte

Nassim Nicholas Taleb, der Autor des Bestsellers "The Black Swan", sieht für die US-Wirtschaft düstere Zeiten voraus. Dabei ist es insbesondere die hohe Verschuldung der USA, die er für ein großes Problem hält.

Warnung vor einer Todesspirale

Wie Bloomberg berichtet, warnte der Marktexperte auf einer Veranstaltung von Universa Investments, einem Hedgefonds, dem Taleb als Berater zur Seite steht, vor einer Fortsetzung der aktuell betriebenen Ausgabenpolitik in den Vereinigten Staaten: "Solange der Kongress das Schuldenlimit immer weiter ausdehnt und Deals macht, weil er Angst vor den Konsequenzen hat, das Richtige zu tun - das ist die politische Struktur des politischen Systems -, wird es irgendwann zu einer Schuldenspirale kommen". Eine Schuldenspirale sei "wie eine Todesspirale", so Taleb weiter.

"Weißer Schwan", der eines Wunders bedarf

Aktuell beläuft sich die US-Staatsverschuldung auf 34,14 Billionen US-Dollar. Diese ausufernde Staatsverschuldung nennt Taleb einen "Weißen Schwan", ein Risiko also, das vorhersehbar ist und wahrscheinlicher eintritt, als ein "Schwarzer Schwan", ein folgenschweres Ereignis, das nur schwer im Vorfeld absehbar war.

Welche Folgen die Schuldenkrise für die Märkte haben wird, ließ Taleb im Rahmen der Veranstaltung offen, nannte neben dem US-Defizit aber auch eine schockanfällige Wirtschaft ein derartiges Weißer-Schwan-Ereignis. Als Grund führte der Experte die starke Vernetzung der Welt durch die Globalisierung an, so dass er Ansteckungsgefahren für möglich hält.

"Wir brauchen etwas von außen oder vielleicht eine Art Wunder", so Taleb auf die Frage, wie das Problem behoben werden könne. "Das stimmt mich irgendwie düster, was das gesamte politische System in der westlichen Welt angeht."

Taleb auch für Aktienmarkt wenig optimistisch

Auch beim Blick auf die Finanzmärkte zeigt sich der "Black Swan"-Autor wenig optimistisch, ganz besonders mit Blick auf die Bewertung von Unternehmen. Analysten würden den Blick für angemessene Unternehmensbewertungen verlieren und diese höher ansetzen, als greifbare Ergebnisse dies zulassen, wird er von Fortune zitiert. "In den letzten 20 Jahren war das Kurs-Gewinn-Verhältnis etwas, das man greifen konnte, heute ist es querbeet. Es ist ein moderner Unfall, ein Unfall der Geschichte, wir haben keine Ahnung, wie man Unternehmen bewertet." Es gehe meistens nur noch um "Narrative und Geschichten über die Zukunft", warnt der Experte. Dabei nimmt er auch die Praxis ins Visier, sich mit einem positiven Zukunftsnarrativ über Kapitalgeber Geld zu beschaffen, nur um das Unternehmen später an jemand anderen verkaufen zu können: "Denken Sie an die Zahl der Menschen, die viel Geld mit Risikokapital von Unternehmen verdient haben, die am Ende selbst keine Gewinne einfuhren. Jemand muss am Ende des Essens die Rechnung zahlen. Das meine ich mit diesen verrückten Unternehmensbewertungen."

Redaktion finanzen.at

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Bildquelle: Popel Arseniy / Shutterstock.com,Marina-Kruglyakova / Shutterstock.com
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