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Stephan Heibel-Kolumne 15.06.2015 13:30:00

Oligopol Druckmaschinenhersteller - Eine Branchenübersicht

Kolumne
finanzen.at-Kolumnist Stephan Heibel

Ich schaue auf die Branche und bewerte in dieser dreiteiligen Analyse die Möglichkeit von Fusionen und Übernahmen, um höhere Gewinne und dadurch höhere Marktbewertungen zu erzielen. Nach der Insolvenz der deutschen MANroland teilen sich im Großen und Ganzen nur noch fünf Druckmaschinenhersteller den gesamten Weltmarkt (91 Prozent) untereinander auf (oligopolartige Marktstruktur). Interessanterweise stammen alle fünf Anbieter aus Deutschland oder Japan, wobei die beiden deutschen Anbieter derzeit noch vor den drei japanischen Anbietern rangieren. So ist die Heidelberger Druckmaschinen AG mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent der klare Weltmarktführer, gefolgt von von der König&Bauer AG mit einem Marktanteil zwischen 15-20 Prozent.

Auf den Plätzen 3, 4 und 5 folgen dann die drei japanischen Unternehmen Komori, Mitsubishi Heavy Industries sowie Ryobi. Die beiden Letztgenannten (gemeinsamer Marktanteil ca. zehn Prozent) haben sich jedoch bereits 2013 miteinander verbündet, in dem sie ein gemeinsames Joint Venture gegründet haben. Dadurch wurde die ohnehin bereits oligopolartige Marktstruktur natürlich noch weiter verstärkt.

Während Heidelberger Druckmaschinen, König&Bauer, Komori sowie Ryobi reine Druckmaschinenhersteller sind, handelt es sich bei Mitsubishi Heavy Industries um einen großen Mischkonzern, der bspw. auch Baumaschinen, Klima- und Kühlsysteme, Maschinenwerkzeuge, Rüstungsgüter, Stadtbahnfahrzeuge oder sogar Schiffe produziert. Der Geschäftsbereich Druckmaschinen ist hier also nur einer unter vielen, so dass man das Unternehmen nicht mit den anderen vergleichen sollte.

Ohne Berücksichtigung der Mitsubishi Heavy Industries Ltd. (KGV 2015e von 17,7) liegt die durchschnittliche Bewertung an der Börse inzwischen bei einem 2015er KGV von knapp 13. Am günstigsten bewertet wird dabei inzwischen die Aktie von HeidelDruck mit einem 2015er KGV von knapp 11, am teuersten die Aktie der König&Bauer mit einem 2015er KGV von fast 17. Die beiden japanischen Unternehmen Komori und Ryobi weisen hingegen jeweils ein 2015er KGV von rund 12 auf.

Die Bewertung an der Börse spiegelt dabei jedoch auch die Entwicklung der Unternehmen wider. Denn tatsächlich hat König&Bauer die letzte Branchenkrise seit 2007/2008 am besten überstanden, während HeidelDruck fast schon in Existenznot geraten war. Allerdings holt die japanische Konkurrenz dank der extrem expansiven Geldpolitik der Bank of Japan zuletzt mächtig auf. Denn mit dieser expansiven Geldpolitik geht natürlich eine Abwertung des japanischen Yen einher, die deren Produkte auf dem Weltmarkt günstiger macht.

Dennoch ist allen Aktien gemein, dass sie sowohl starke Zyklen als auch langfristige Abwärtstrends aufweisen. Dies spiegelt wohl das stark zyklische Geschäft sowie den langfristigen Bedeutungsverlust (Niedergang) der Druckindustrie durch das Internet sehr gut wieder. Aktuell befindet sich die Branche jedoch wieder in einer zyklischen Aufschwungphase, so dass kurzfristig noch weitere Kursgewinne möglich erscheinen.

Im zweiten Teil der Analyse lässt finanzen.at-Kolumnist Stephan Heibel HeidelDruck gegen König&Bauer antreten: Welches Geschäftsmodell ist attraktiver, welche Aktie ist günstiger bzw. hat die besseren Chancen?



Stephan Heibel ist Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefes und Betreiber der Finanzinformationsdienste Aktien-Meldungen und animusX. Seine Kunden sind Privatanleger, die mit einem vertretbaren Zeitaufwand ihre Anlageentscheidungen selber treffen möchten.
Mit dem Heibel-Ticker wird Hintergrundwissen über die Börsen vermittelt sowie aus einer Vielzahl an Informationen das für Privatanleger Wesentliche herausgefiltert. Stephan Heibel sagt dazu: "Die Heibel-Ticker Kundschaft fluktuiert kaum, sie wächst stetig."

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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