15.06.2026 06:59:44

Schweizer lehnen Einwohnerobergrenze ab

Von Tom Fairless

DOW JONES--Die Schweizer haben eine harte verfassungsrechtliche Obergrenze für die Bevölkerung abgelehnt. Wirtschaftliche Schockwellen und ein schwerer diplomatischer Bruch mit der Europäischen Union wurden in einer Volksabstimmung abgewendet.

In dem Referendum sprachen sich 55 Prozent der Wähler und eine Mehrheit der 26 Kantone gegen die von der rechtsgerichteten Schweizerischen Volkspartei (SVP) angeführte Initiative "Nein zu einer Schweiz mit 10 Millionen!" aus.

Im Kern zielte die Initiative darauf ab, die Zuwanderung stark einzuschränken. Seit dem Jahr 2000 ist der Anteil der im Ausland geborenen Einwohner der Schweiz von einem Fünftel auf ein Drittel gestiegen. Damit hat die Schweiz nach Luxemburg den zweithöchsten Anteil an im Ausland geborenen Einwohnern unter den wohlhabenden Ländern.

Wäre die Initiative angenommen worden, wäre die Regierung verfassungsrechtlich verpflichtet gewesen, Asyl- und Familiennachzug zu begrenzen, sobald die Bevölkerung 9,5 Millionen erreicht. Das Überschreiten der 10-Millionen-Grenze hätte Bern gezwungen, das Abkommen über die Personenfreizügigkeit mit der EU zu kündigen - ein Schritt, vor dem der Wirtschaftsverband economiesuisse warnte, da er zu Arbeitskräftemangel und Vergeltungszöllen geführt hätte.

Kontakt: redaktion.de@dowjones.com

DJG/DJN/rio/mgo

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June 15, 2026 01:00 ET (05:00 GMT)

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