Risiken reduzieren 17.02.2020 06:57:00

Warum Anleger die großen Börsenlieblinge aus dem Portfolio streichen sollten

Warum Anleger die großen Börsenlieblinge aus dem Portfolio streichen sollten

• Lage am Aktienmarkt bezeichnet Roberts als "verrückt"
• Viele Spekulationen am Markt
• Cash-Bestände durch Verkäufe aufstocken


Nach einem jahrelangen Run an der Börse sagen viele einen bald eintretenden Bärenmarkt vorher. Auch ein Experte geht davon aus, dass die Zukunft eher schlechter werden könnte. Deshalb rät er dazu, schon jetzt die Risiken zu reduzieren und sich von den großen Aktien wie Apple, Microsoft und Co. zu trennen, solange man damit noch einen ordentlichen Cash-Gewinn einfährt.

Die momentane Lage am Aktienmarkt sei "verrückt"

Lance Roberts ist Chief Investment-Stratege beim Anlageberater RIA Advisors. "Das ist verrückt," beschreibt er die momentane Lage am Aktienmarkt. Vertikale Kursentwicklung und die Selbstzufriedenheit der Anleger seien auf einem extremen Level - Zeit für ihn, sich Sorgen vor einem baldigen Abschwung zu machen. Die meisten Aktien seien überbewertet und der Markt zu ausgedehnt, erklärt er.

Für die Kunden von RIA Advisors versucht er, die Risiken neu zu bewerten, die in der jetzigen Lage auftreten könnten. Dafür stand an erster Stelle eine Chart-Analyse, die seiner Ansicht nach eine Menge Risiken ergab. So habe es beispielsweise mehrere Standard-Abweichungen gegeben - was meist ein Zeichen dafür ist, dass die Aktien danach stark an Wert verlieren.

Anleger zeigen sich risikobereit

Hinzu komme die große Anzahl an Call-Optionen. Das zeige an, dass Anleger risikobereiter wären als normalerweise. "Zwar bedeutet nichts davon, dass der Markt einbrechen wird", erklärt Roberts. Allerdings würden die Fundamentaldaten darauf hinweisen, dass das Risiko-Ertrags-Verhältnis nicht zugunsten der Bullen sei. Das, was gerade am Aktienmarkt passiere, sei vor allem von Spekulationen getrieben und nicht begründet, so der Experte.

Um sich vor dem Risiko abzusichern, habe er mehrere Werte verkauft, um Cash einzusammeln. Damit wolle er das Risiko reduzieren. Zu den Werten, die er abgestoßen hat, zählen unter anderem Apple, Microsoft, United Healthcare, Johnson & Johnson und Micron.

Weniger Volatilität

Wer jetzt große Werte verkaufe, könne zwar kurzzeitig enttäuscht sein, wenn die Kurse in naher Zukunft steigen. Auf lange Sicht sagt Roberts dem Markt in diesem Jahr aber nicht viel an Kurszuwachs vorher. Mit der Risiko-Verminderung könne die Volatilität im Portfolio vermindert werden, vor allem dann, wenn die Stimmung am Aktienmarkt kippt.

Ob Roberts Strategie, sich von großen, oft überbewerteten Aktien zu trennen, die richtige ist, wird sich erst noch zeigen. Anleger sollten sich überlegen, wie viel Risiko sie eingehen wollen und dementsprechend ihre Anlagestrategie anpassen.

Redaktion finanzen.at

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