Nach EU-Verhandlungen 02.08.2020 16:24:00

Positionswechsel: Euro-Skeptiker ändern ihre Meinung zur Gemeinschaftswährung

Positionswechsel: Euro-Skeptiker ändern ihre Meinung zur Gemeinschaftswährung

• Einigung bei EU-Gipfel nach Marathon-Verhandlungen
• Experten bewerten Handlungsfähigkeit der EU positiv
• Gute Aussichten für Währung, Anleihen und Aktien?


Die Europäische Union hat den größten Deal in der Geschichte der Staatengemeinschaft vereinbart: Die Staats- und Regierungschefs einigten sich auf ein 1,8 Billionen Euro-Paket, mit dem unter anderem die Folgen der Corona-Pandemie innerhalb der EU abgemildert werden sollen.

1.074,3 Milliarden Euro schwer ist der EU-Haushalt, allein der Aufbauplan gegen die wirtschaftlichen Folgen der Krise ist 750 Milliarden Euro schwer. 390 Milliarden davon sind Zuschüsse, weitere 360 Milliarden Euro Kredite. Erstmals will die EU das Geld im Namen aller Mitgliedsstaaten an den Finanzmärkten leihen. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte das Ergebnis des vier Tage und vier Nächte dauernden Gipfels, auf dem hart diskutiert wurde, als "wichtiges Signal" bezeichnet. Sie sei "sehr erleichtert", dass Europa nach schwierigen Verhandlungen gezeigt habe, dass es "doch gemeinsam handeln kann".

Auch Euro-Skeptiker sehen den Deal positiv

Die demonstrierte Einheit der EU-Staaten und die Fähigkeit der Gemeinschaft, trotz unterschiedlichster Voraussetzungen eine Einigung zu erzielen, hat offenbar auch einige Euro-Skeptiker zum Umdenken gezwungen. Der Deal "beseitigt einen Großteil der Fragilität der gesamten Eurozone", sagte Patrick Armstrong. "Es zeigt, dass man in stressigen Zeiten bei Bedarf im Wesentlichen eine Fiskalunion hat", zitiert Bloomberg den CIO von Plurimi Wealth LLP, einer in London ansässigen Investmentgesellschaft.

Nach der Einigung beim EU-Gipfel habe er seine Einstellung zur Gemeinschaftswährung geändert und sei nun optimistisch für den Euro. Bis zum Jahresende traut er der Währung einen Sprung bis auf 1,20 US-Dollar zu - aktuell wird ein Euro bei 1,17 US-Dollar gehandelt.

Gute Aussichten auch für europäische Aktien und Anleihen?

Dass der Deal die Handlungsfähigkeit der Europäischen Union gezeigt hat, sieht auch Gary Kirk, Geldmanager bei TwentyFour Asset Management so. "Viele globale Investoren haben Europa in der Vergangenheit als fragwürdiges Modell angesehen" wird er bei Bloomberg zitiert. Der Deal hat aber eine positive Außenwirkung: "Er verbessert definitiv die Wahrnehmung Europas."
Für die europäischen Kreditmärkte sei er nach der Einigung nun bullish und habe bei spanischen Bankanleihen aufgestockt.

Und auch die Aussichten für Europas Aktien sind laut Experten nun besser geworden. "Wir glauben, dass Europa in naher Zukunft eine Outperformance erzielen kann, da die Einigung auf einen EU-Sanierungsfonds als Katalysator wirkt und damit ein besseres Wirtschaftswachstum erreicht wird", sagte Sharon Bell, europäische Strategin bei Goldman Sachs in einer Mitteilung. Ihrer Ansicht nach könnten Investoren bei europäischen Aktien in den kommenden zwölf Monaten eine Rendite von 13 Prozent in US-Dollar erzielen, heißt es bei Bloomberg weiter.

Redaktion finanzen.at

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