Gerüchteküche brodelt 18.09.2022 14:44:00

Unruhe unter Kryptoanlegern: Könnten Rückzahlungen von Kryptobörse MtGox an Gläubiger den Bitcoin-Kurs weiter drücken?

Unruhe unter Kryptoanlegern: Könnten Rückzahlungen von Kryptobörse MtGox an Gläubiger den Bitcoin-Kurs weiter drücken?

• Kryptowährungen in diesem Jahr spürbar unter Druck
• Nach Hackerangriff 2014: Erhalten Gläubiger von MtGox bald Rückzahlungen?
• Anleger sorgen sich, dass Bitcoins den Markt fluten und den Kurs weiter drücken könnten


Der Kryptomarkt geriet in diesem Jahr bereits kräftig unter Druck. So erreicht die älteste und nach Marktkapitalisierung größte Kryptowährung Bitcoin erst vor kurzem ein neues 52-Wochen-Tief bei rund 18.850 US-Dollar, nachdem sie im November vergangenen Jahres noch ein Allzeithoch bei 68.763 US-Dollar erreicht hatte. Belastend wirkten unter anderem der TerraUSD-Crash und der Celsius-Skandal. Die hohe Inflation und die Leitzinserhöhungen, mit denen die Notenbanken gegen diese vorgehen, machen zusätzlich Druck auf Bitcoin & Co., da Investitionen in Aktien oder Kryptowährungen bei steigenden Zinsen zunehmend uninteressanter werden.

Einige Krypto-Anleger befürchten nun jedoch, dass es für den Bitcoin-Kurs weiter abwärts gehen könnte - Schuld daran ist ein Ereignis, das schon einige Jahre zurückliegt.

MtGox wird Opfer eines Hackerangriffs

2009 wurde MtGox (Magic the Gathering Online Exchange) als Tauschplatz für Sammelkarten gegründet und 2010 zu einer Kryptobörse umgewandelt. MtGox mit Sitz in Tokio entwickelte sich in den darauffolgenden Jahren zu der Anlaufstelle für Bitcoin-Fans und war einer der weltweit größten Handelsplätze für die älteste Kryptowährung. 2014 wurde die Kryptobörse dann jedoch Opfer eines Hackerangriffs, bei dem MtGox um 850.000 Bitcoins erleichtert wurde - darunter, wie "DER STANDARD" berichtet, 750.000 Bitcoins von Kunden und 100.000 eigene. Das Unternehmen meldete daraufhin Insolvenz an und fror die Kundenkonten ein.

Anleger in Sorge: Könnten Rückzahlungen den Bitcoin-Kurs weiter drücken?

Von den Bitcoins, die bei dem Hack verschwunden waren, konnten rund 137.000 wieder ausfindig gemacht werden. Diese Bitcoins gelten als Insolvenzmasse des Unternehmens und wurden von einer Tokioter Anwaltskanzlei seit Jahren verwaltet. Im Juli kündigte der Treuhänder, Nobuaki Kobayashi, in einem offiziellen Brief dann an, dass die Rückzahlungen der verbliebenen Bitcoins an die Gläubiger langsam vorbereitet werden und ab ca. Ende August stattfinden sollten.

Anleger begannen, sich Sorgen darum zu machen, dass durch einen möglichen nachfolgenden Abverkauf durch die Gläubiger eine hohe Summe an Bitcoins auf den Markt gespült werden könnte, was den Kurs des Kryptourgesteins zusätzlich belasten könnte. Denn die Gläubiger, die einen Anspruch gegenüber der Kryptobörse haben, haben ihre Bitcoins unfreiwillig über Jahre gehalten und dürften damit kräftige Gewinne gemacht haben. So lag der Bitcoin-Kurs im Februar 2014 laut Daten von CoinMarketCap gerade einmal bei rund 530 US-Dollar, während er inzwischen mit etwa 19'772,76USD US-Dollar (Stand: 16.09.2022) zwar weit unter seinem Allzeithoch, aber dennoch beim mehr als 35-fachen seines Kurses von damals liegt.

Leichte Entwarnung für den Bitcoin-Kurs

Inzwischen kam jedoch eine leichte Entwarnung. So schrieb einer der Gläubiger, Eric Wall, Ende August auf Twitter, dass MtGox vorerst noch keine Coins verteile und verwies darauf, dass das Rückzahlungssystem noch gar nicht live sei.

Laut Wall habe es bis zu diesem Zeitpunkt für die Gläubiger noch nicht einmal eine Möglichkeit gegeben, um anzugeben, an welche Adresse die eigene Rückzahlung gesendet werden soll. Außerdem geht der MtGox-Gläubiger davon aus, dass die Zahlungen in kleineren Tranchen gezahlt werden dürften. Das könnte die Anleger etwas beruhigen, denn so dürfte nicht auf einmal eine große Menge Bitcoin den Markt fluten und den Kurs womöglich weiter drücken. Wall weist des Weiteren darauf hin, dass die Gläubiger, wenn sie ihre Rückzahlung erhalten, ihre Coins nicht unbedingt direkt verkaufen. So erachte er selbst die Kurse aktuell als nicht sehr attraktiv, um zu verkaufen, und erklärt: "Hier kaufe ich lieber, als dass ich verkaufe."

Marshall Hayner, der auf Twitter ebenfalls erklärt, er sei MtGox-Gläubiger, glaubt ebenfalls, dass die Auszahlungen noch nicht absehbar sind und schließt sich auch hinsichtlich der Sorgen einiger Anleger Wall an: "Die meisten Leute wie ich haben auch nicht die Absicht, es zu verkaufen. Glauben Sie nicht, was Influencer auf Twitter Ihnen erzählen."

Bleibt zunächst also abzuwarten, wie die Vorbereitungen für die Auszahlungen weiter voranschreiten, wann und in welcher Form - ob in kleineren oder größeren Tranchen - diese dann tatsächlich erfolgen und ob die Gläubiger anschließend ihre Coins abstoßen oder weiter halten. Daneben ist fraglich, ob der Verkauf eines Teils dieser seit Jahren verwahrten Coins tatsächlich ins Gewicht fallen würde.

Redaktion finanzen.at

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