Geändert am: 23.08.2019 22:27:09

Handelsstreit belastet: US-Börsen stürzen ab -- ATX rutscht zum Börsenschluss ab -- DAX schließt rot -- Asiens Börsen gehen höher ins Wochenende

AUSTRIA

Die Wiener Börse konnte am Freitag ihre zunächst gewonnenen Aufschläge nicht verteidigen.

Der ATX bewegte sich am Vormittag im Plus, gab seine Gewinne aber wieder ab und rutschte in die Verlustzone, nachdem erneut der Streit zwischen China und den USA eskalierte. Letztendlich blieb ein Verlust von 1,13 Prozent bei 2.896,64 Puntken an der Kurstafel stehen.

Die Wiener Börse hatte am Freitag im Frühhandel keine großen Gewinnsprünge gemacht. Die Anleger hatten sich zurückgehalten. Auch vor dem Wochenende warteten sie mit Spannung auf die Rede des Fed-Chefs Jerome Powell.

Der US-Notenbankchef sieht zwar "signifikante Risiken" für die amerikanische Wirtschaft, insgesamt befinde sich die Konjunktur aber in einem "günstigen Zustand", sagte Powell am Freitag auf der renommierten Notenbankkonferenz in Jackson Hole. Man sei bereit, "angemessen zu handeln, um den Aufschwung zu stützen". Powell verwies auf die Unsicherheit, die von der Handelspolitik ausgehe. Diese scheine eine Rolle bei der weltweiten Abschwächung zu spielen. Zudem belaste sie die Industrie und die Investitionen in den USA.

Nach Geschäftsberichten von EVN und Schoeller-Bleckmann (SBO) am Donnerstag blieb der Unternehmenskalender für ATX-Konzerne leer.

Dafür rückte der Handelsstreit mit einer neuen Eskalationsstufe in den Fokus und drückte auf die Börsenstimmung. Neue Vergeltungszölle Chinas auf US-Waren und Trumps Gegenreaktion auf Twitter haben am Freitagnachmittag die Anleger aus dem Aktienmarkt getrieben und die Indizes ins Minus geschoben.

DEUTSCHLAND

Vor dem Wochenende kam es auf dem deutschen Aktienmarkt zu einer Berg- und Talfahrt.

Der DAX eröffnete den Handel mit einem Plus. Nachdem China neue Vergeltungszölle angedroht hat, rutschte er in die Verlustzone. Zwar versuchte er, sich wieder zu berappeln, konnte dem Minus aber nicht entrinnen. Schlussendlich ging er 1,15 Prozent tiefer bei 11.611,51 Punkten aus dem Freitagshandel.

Vor dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole hatte der DAX am Freitagmorgen seine Vortagesverluste wieder abgeschüttelt.

Große Erwartungen hatten die Börsianer an das Notenbanker-Treffen in den USA. Die Finanzmärkte erhofften sich eindeutige Hinweise auf die künftige Geldpolitik der US-Währungshüter, nachdem das zur Wochenmitte veröffentlichte Protokoll zur jüngsten Sitzung der US-Notenbank keine klare Richtung vorgegeben hatte. In seiner Rede sprach Powell von "signifikanten" Risiken angesichts des Handelsstreites und weiteren geopolitischen Unsicherheiten. Insgesamt befinde sich die Konjunktur aber in einem "günstigen Zustand", sagte er.

Eine erneute Eskalationsstufe im Handelsstreit schickte die Aktienmärkte derweil auf eine Berg- und Talfahrt. Nachdem China mit Vergeltungszöllen drohte, kündigte der US-Präsident Gegenmaßnahmen via Twitter an.

WALL STREET

Vor dem Wochenende ging es mit den US-Börsen steil bergab.

Der Dow Jones verlor mit 25.628,90 Zählern 2,37 Prozent an Wert. Noch schwächer tendierte der Techwerteindex NASDAQ Composite, der 3,00 Prozent auf 7.751,77 Punkte einbüßte.

US-Präsident Donald Trump hat am Freitag US-Notenbankgouverneur Jerome Powell die Show gestohlen - sehr zum Leidwesen von Anlegern an der Wall Street. Denn die geriet mit einer neuen Eskalationsrunde im Handelsstreit massiv unter Druck. Zunächst hatte die Ankündigung chinesischer Gegenmaßnahmen auf jüngst angekündigte US-Importzölle auf chinesische Waren die US-Börsen belastet - wenn auch nur moderat. US-Präsident Donald Trump kündigte dann seinerseits aber neue Vergeltungsschritte gegen China an. Gleichzeitig forderte er US-Firmen zur sofortigen Suche nach Alternativen zu China auf. Daraufhin stürzten die Aktienkurse ab. Dass laut Peter Navarro, Berater des Weißen Hauses, die Gespräche mit China fortgesetzt werden sollen, hob die Stimmung nicht.

Wegen der Trump-Forderungen auf eine Beendigung der Geschäfte mit China stellten Technologie- und Halbleiterwerte die größten Verlierer am Aktienmarkt. Ihre Sektorindizes sackten wegen der hohen China-Korrelation um jeweils über 4 Prozent ab. Apple stürzten um 4,6 Prozent ab. FedEx, Amazon und United Parcel Service gaben um bis zu 3,9 Prozent nach. Trump hatte diese Unternehmen bei seinen Forderungen gegen China explizit genannt.

ASIEN

Die asiatischen Aktienmärkte präsentierten sich vor dem Wochenende auf grünem Terrain.

In Japan verbuchte der Leitindex Nikkei zum Handelsende ein Plus von 0,40 Prozent bei 20.710,91 Punkten.

In China stand der Shanghai Composite derweil 0,49 Prozent höher bei 2.897,43 Einheiten. Der Hang Seng in Hongkong gewann letztlich 0,50 Prozent auf 26.179,33 Zähler.

Die Aktienmärkte Asien haben sich zum Ende der Woche mehrheitlich mit leichten Aufschlägen gezeigt. Am deutlichsten aufwärts ging es an den chinesischen Börsen. Der Aktienmarkt in Südkorea hingegen schloss auf Vortagesniveau. Im Blick der Anleger steht das Treffen der Notenbank-Chefs in Jackson Hole mit der Rede von Fed-Chairman Jerome Powell als Höhepunkt. Von der Wall Street kamen verhaltene Vorgaben angesichts schwacher Konjunkturdaten.

Mit Spannung wird die Rede von Powell erwartet. Anleger erhofften sich hiervon Erkenntnisse über den weiteren Zinskurs der Fed, vor allem nachdem das zur Wochenmitte veröffentlichte Protokoll der jüngsten geldpolitischen Sitzung für einige Beobachter zu falkenhaft ausgefallen war. Die Währungshüter hatten die Zinssenkung um 25 Basispunkte auf ihrer Sitzung im Juli mehr als "Neukalibrierung" der Geldpolitik gesehen denn als Beginn einer neuen Lockerungsrunde.

Zudem hatten die im Offenmarktausschuss stimmberechtigte Fed-Vertreterin Esther George und ihr nicht stimmberechtigter Kollege Patrick Harker in Interviews am Donnerstag die Hoffnung auf weitere Zinssenkungen gedämpft. Dallas-Fed-Präsident Robert Kaplan hingegen sagte, dass er den Zinsschritt der US-Notenbank unterstützt habe und offen für eine weitere Senkung in den kommenden Monaten sei. Kaplan ist derzeit ebenfalls nicht stimmberechtigt.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa

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Hang Seng 26 129,18
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