Tesla-Kursexplosion 04.02.2020 20:03:00

Mike Novogratz sieht auffallende Ähnlichkeiten zwischen Tesla und Bitcoin

Mike Novogratz sieht auffallende Ähnlichkeiten zwischen Tesla und Bitcoin

• Tesla-Aktie setzt Rekordfahrt fort
• Michael Novogratz sieht Ähnlichkeiten zu Bitcoin-Euphorie in 2017
• Zahlreiche Tesla-Shortseller

Am Mittwochabend hat E-Auto-Pionier Tesla nach Börsenschluss seine Zahlen für das Schlussquartal 2019 vorgestellt und mit seinem Gewinn die Erwartungen der Analysten übertroffen. Dies kam bei den Anlegern gut an: Der Aktienkurs kletterte im NYSE-Handel am darauffolgenden Tag um 10,3 Prozent auf 640,81 Dollar. Doch auch schon in den Monaten zuvor waren die Anleger optimistisch gestimmt und schickten die Tesla-Aktie von einem Rekordhoch zum nächsten.

Börsenwert von GM und Ford übertroffen

Dank seiner beeindruckenden Rally in den letzten Monaten ist Tesla an der Börse inzwischen 115,5 Milliarden Dollar wert. Das ist sogar mehr als die beiden an Produktion und Marktanteilen gemessen größten US-Autokonzerne General Motors (47,62 Milliarden Dollar) und Ford (35,05 Milliarden Dollar) zusammen.

Dabei scheint die Rally aber doch noch sehr von Zukunftshoffnungen getragen zu werden, denn Tesla konnte seit der Unternehmensgründung in 2003 noch keinen Jahresgewinn erzielen. Außerdem liegt der Absatz noch weit hinter dem der beiden etablierten US-Herstellern zurück: So lieferte Tesla in 2019 weltweit lediglich 367.500 Autos aus, während es bei Ford 2,41 Millionen und bei GM sogar 2,9 Millionen waren.

Tesla-Rally vs Bitcoin-Hype

Angesichts dieser Entwicklung fühlt sich Michael Novogratz, Gründer der Krypto-Investmentfirma Galaxy Digital, an die Bitcoin-Rally vor einigen Jahren erinnert: "Tesla beginnt sich so anzufühlen wie der Bitcoin in 2017 … eine Manie …", schrieb der Hedgefondsmanager und Krypto-Fan in einem Tweet.

Zur Erinnerung: In 2017 kletterte der Kurs der weltweit beliebtesten Kryptowährung von weniger als 1.000 Dollar zu Jahresbeginn auf rund 20.000 Dollar im Dezember 2017. Wie es weiterging, ist bekannt: Die Blase platzte und bis heute konnte sich der Bitcoin nicht mal ansatzweise diesem Rekordhoch annähern. Derzeit notiert der Kurs bei 9.435 Dollar.

Bei Short-Sellern beliebt

Bei kaum einem Unternehmen ist die Börsengemeinde so gespalten wie bei Tesla. So befinden sich trotz der beeindruckenden Rally laut einem Bericht von "CNN Business" rund 21 Prozent der verfügbaren Tesla-Papiere im Besitz von Shortsellern, also von Pessimisten die auf einen fallenden Tesla-Kurs setzen.

An der Börse können Anleger nämlich von fallenden Kursen profitieren, indem sie Leerverkäufe von Wertpapieren tätigen. Das bedeutet, es werden Aktien verkauft, die sich zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht im tatsächlichen Eigentum des Verkäufers befinden - sie sind lediglich ausgeliehen und müssen zu einem bestimmten späteren Zeitpunkt auch wieder an den Verleiher zurückgegeben werden. Der Verkäufer (Shortseller) muss sich also spätestens zu diesem Termin wieder mit der Aktie eindecken, um sie an den Verleiher zurückgeben zu können. Fällt der Aktienkurs in der Zwischenzeit, so kann der Leerverkäufer die Papiere zu einem günstigeren Kurs kaufen als er sie zuvor veräußert hat. Die Differenz zwischen dem Verkaufs- und dem niedrigeren Kaufkurs ist sein Gewinn.

Doch in den letzten Monaten wurden die Shortseller ganz klar auf dem falschen Fuß erwischt. Wie "CNN Business" Anfang Januar unter Berufung auf S3 Partners berichtete, haben die Tesla-Bären in den vergangenen sieben Monaten mit ihren Wetten gegen den Elektroautobauer satte 8,4 Milliarden Dollar verloren.

Redaktion finanzen.at

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