Morgan Stanley Deposit Shs Repr 1-1000th Non-Cum Aktie
WKN DE: MS0KMN / ISIN: US61763E2072
| Top-Pick nach Roadshow |
17.10.2026 23:33:00
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NVIDIA-Aktie: Comeback an der Spitze bei Morgan Stanley
- Morgan Stanley sieht den Konzern bei Rechenzentren klar im Vorteil
- Agentenbasierte KI soll die Nachfrage nach Chips zusätzlich antreiben
- Alle 33 erfassten Analysten stufen die Aktie mit Buy ein
Morgan Stanley hat NVIDIA, den Entwickler von KI-Chips und Rechenzentrums-Plattformen, erneut zum Top-Pick im Halbleitersektor ernannt. Als Gründe nennt das Haus die starke Position angesichts der Engpässe bei Rechenzentren sowie den Aufstieg agentenbasierter KI-Anwendungen. Auslöser war laut Investing.com eine Roadshow mit der Konzernspitze.
Morgan Stanley bekräftigt den Favoriten
Die Wiederaufnahme der Einstufung erfolgte nach Angaben von Investing.com Anfang Oktober. Anlass war eine Roadshow mit CEO Jensen Huang, CFO Colette Kress und IR-Chef Toshiya Hari. Morgan Stanley sieht Vorteile bei Flächen, Energie und Rechenzentrums-Hüllen sowie bei der Komponentenfinanzierung.
Morgan Stanley verweise ferner auf eine aus ihrer Sicht moderate Bewertung vom 15-Fachen des für das Geschäftsjahr 2028 erwarteten Gewinns. Zudem sei die Kundenbasis breit. Wie Morgan Stanley berichtet, stamme die Hälfte des Geschäfts laut dem Management von KI-Modell-Unternehmen, Neoclouds, staatlichen Akteuren und Unternehmenskunden jenseits von Hyperscalern und Frontier-Labs.
Agentische KI und neue Plattformen
Persistente Agenten erhöhen laut Morgan Stanley zwar die CPU-Nachfrage, die GPU-Ausgaben sollen nach Aussage des Managements aber den größten Anteil behalten. Ein agentischer Nutzer könne das Zehnfache der täglichen Tokens eines Menschen erzeugen. Laut Morgan Stanley erwarte das Unternehmen, den CPU-Umsatz von 20 Milliarden US-Dollar im laufenden Jahr auf 40 Milliarden US-Dollar im Jahr 2027 zu steigern.
Bei der Vera-Rubin-Plattform verspricht NVIDIA gegenüber Blackwell bis zu 25-fache Token-Verbesserung. Die für 2028 erwartete Feynman-Architektur soll den Umsatz pro Gigawatt von 40 Milliarden auf deutlich über 50 Milliarden US-Dollar heben. Laut Morgan Stanley hat NVIDIA zudem rund eine halbe Billion US-Dollar an Kapital Dritter für KI-Rechenzentren mobilisiert.
Zahlen und Kapitalrückgabe bei NVIDIA
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 stieg der Umsatz laut Mitteilung von Ende August auf 96,2 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 106 Prozent zum Vorjahr. Das Rechenzentrumsgeschäft trug 89,0 Milliarden US-Dollar bei. Die Bruttomarge lag bei 75,0 Prozent. Für das dritte Quartal stellt NVIDIA 108,0 Milliarden US-Dollar Umsatz in Aussicht, ohne Data-Center-Compute-Umsatz aus China.
Den Aktionären flossen im Quartal rund 26,0 Milliarden US-Dollar zu. Ende September erhöhte der Verwaltungsrat die Rückkaufermächtigung um 150 Milliarden US-Dollar auf 235 Milliarden US-Dollar, die größte Erhöhung der Firmengeschichte.
Analysten bleiben einheitlich zur NVIDIA-Aktie
Der Analystenkonsens bei TipRanks lautet Strong Buy: Alle 33 Analysten stufen mit Buy ein, das mittlere Kursziel liegt bei 324,20 US-Dollar bei einer Spanne von 275 bis 465 US-Dollar. UBS sieht das Ziel bei 300 US-Dollar, Citigroup bei 315 US-Dollar. Exane BNP Paribas hob das Ziel am vergangene Woche von 285 auf 345 US-Dollar an.
Worauf Anleger nun achten
Mit dem erneuten Ritterschlag durch Morgan Stanley rückt NVIDIA wieder ins Zentrum der Halbleiter-Debatte. Für Anleger, die bereits investiert sind, liefert die Einschätzung ein Argument, an ihren Positionen festzuhalten. Wer neu einsteigen will, sollte jedoch nicht vergessen, dass die vermeintlich günstige Bewertung auf Gewinnschätzungen für 2028 beruht – also auf Annahmen, die sich in einem zyklischen und kapitalintensiven Markt rasch ändern können. Bemerkenswert ist zudem, dass NVIDIA mit großen Finanzinvestoren Plattformen aufbaut, die über die Zeit mehr als eine halbe Billion US-Dollar an Drittkapital für KI-Rechenzentren mobilisieren sollen: Das stützt die Nachfrage, macht den Ausbau aber auch von der Finanzierungsbereitschaft externer Kapitalgeber abhängig. Engpässe bei Energie und Flächen, wachsende Konkurrenz durch hauseigene Chips der Cloud-Riesen sowie geopolitische Risiken wie Exportbeschränkungen bleiben ernstzunehmende Störfaktoren.
Sinnvoll erscheint daher ein gestaffelter Einstieg in mehreren Tranchen statt eines großen Einmalkaufs, um Kursschwankungen abzufedern. Da NVIDIA in vielen Depots und in den großen Indizes ohnehin stark gewichtet ist, lohnt ein Blick auf das eigene Klumpenrisiko; eine Beimischung entlang der KI-Wertschöpfungskette – etwa Netzwerktechnik, Speicher, Energieversorger oder Rechenzentrumsbetreiber – kann die Abhängigkeit von einem einzelnen Titel verringern. Wichtig bleibt: Eine Analystenempfehlung ist eine Momentaufnahme, keine Garantie. Wer investiert, sollte den Anlagehorizont von mehreren Jahren mitbringen, den der KI-Ausbau voraussichtlich benötigt.
Als Nächstes steht die Keynote von Jensen Huang auf der GTC Berlin an, die NVIDIA für den 21. Oktober 2026 angekündigt hat.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.at
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