Bitcoin Kolumne 04.04.2024 14:30:00

Das Bitcoin-Halving 2024: Ein Wendepunkt für alle Beteiligten

Kolumne

Einblick ins Bitcoin-Halving

Das Halving ist ein Mechanismus, der in das Bitcoin-Protokoll eingebaut ist, um die Ausgabe neuer Coins zu kontrollieren und die Währung disinflationär bzw. langfristig deflationär zu gestalten. Alle 210.000 Blöcke, etwa alle vier Jahre, halbiert sich die Belohnung, die Miner (neben den Transaktionsgebühren) für das Hinzufügen eines neuen Blocks zur Blockchain erhalten. Dieser Prozess wird so lange fortgesetzt, bis die maximale Anzahl von 21 Millionen Bitcoin erreicht ist, was voraussichtlich im Jahr 2140 der Fall sein wird. Initial erhielten Miner 50 BTC pro Block. Nach dem ersten Halving sank diese Belohnung auf 25 BTC, dann auf 12,5 BTC und zuletzt auf 6,25 BTC im Jahr 2020. Das nächste Halving wird die Belohnung auf 3,125 BTC reduzieren, aktuellen Berechnungen zufolge passiert das, wie bereits erwähnt, wahrscheinlich am 20. April 2024.

Historischer Kontext

Das Konzept des Halvings wurde von Satoshi Nakamoto, dem mysteriösen Schöpfer von Bitcoin, eingeführt, um eine digitale Knappheit zu erzeugen, ähnlich wie bei natürlichen Ressourcen wie Gold oder Grund und Boden. Seit der Initialisierung von Bitcoin gab es bereits mehrere Halvings, die jeweils zu einer Verringerung der Blocksubvention führten - von ursprünglich 50 BTC im Jahr 2009 auf aktuell 6,25 BTC.

Auswirkungen auf Angebot und Nachfrage

Durch die Verringerung der Anzahl neuer Bitcoin, die nach jedem Halving in Umlauf gebracht werden, entsteht ein Verknappungseffekt. Theoretisch könnte bei gleichbleibender oder steigender Nachfrage nach Bitcoin eine Verringerung des Angebots den Preis weiter in die Höhe treiben. Diese Annahme basiert auf den grundlegenden ökonomischen Prinzipien von Angebot und Nachfrage und wurde in der Vergangenheit durch Preisanstiege nach früheren Halvings bestätigt. Allerdings sind die Informationen über das Eintreten dieses Effekts allgemein bekannt, was immer wieder zu hitzigen Diskussionen darüber führt, ob die bevorstehende Verknappung bereits eingepreist ist oder nicht. Angesichts der in den letzten Wochen durch das Aufkommen der US-Bitcoin-ETFs extrem gestiegenen Nachfrage und der damit einhergehenden Preissteigerungen sind weitere Allzeithochs nach der zusätzlichen Verknappung durchaus möglich. An vielen Tagen wurden hier mehr als 10.000 Bitcoin pro Tag durch die ETFs akkumuliert, während aktuell nur ca. 900 BTC pro Tag (6,25 BTC alle ca. 10 Minuten) durch Mining hinzukommen. Nach dem Halving sind es nur noch 450 BTC an täglichen Neuzuflüssen.

Miner im Blickpunkt

Für Miner bedeutet das Halving eine direkte Reduzierung ihrer Einnahmen (denominiert in Bitcoin), da sie für ihre Arbeit im Schnitt weniger Bitcoin erhalten. Dies könnte insbesondere für Miner mit höheren Betriebskosten eine Herausforderung darstellen und dazu führen, dass einige ihre Mining-Aktivitäten reduzieren oder einstellen. Langfristig könnte dies jedoch die Dezentralisierung des Netzwerks fördern, da sich die Mining-Aktivitäten geografisch diversifizieren könnten. Zusätzlich kann sich das natürlich durch einen entsprechenden Preisanstieg auch wieder ausgleichen.

Blockprämie = Blocksubvention + Transaktionsgebühren

Langfristig gesehen wird die Blocksubvention bei der Entlohnung der Miner eine immer kleinere Rolle spielen, weshalb weitgehend antizipiert wird, dass die Transaktionsgebühren steigen werden, um dies auszugleichen.

Preisanstiege: Historie und Spekulation

Jedes vorherige Halving führte zu spekulativen Preisanstiegen im Vorfeld des Ereignisses, gefolgt von realen Preiserhöhungen. Analysten und Investoren beobachten diese Muster genau, um potenzielle Marktchancen zu identifizieren. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass der Kryptomarkt volatil und von zahlreichen externen Faktoren beeinflusst ist, was bedeutet, dass Preisanstiege nicht garantiert sind. Außerdem befindet man sich hier aktuell auf Neuland, denn Bitcoin hatte erstmals schon vor dem Halving Anfang 2024 ein neues Allzeithoch verzeichnet.

Die bevorstehende Halbierung markiert auch einen historischen Wendepunkt, an dem Bitcoin tatsächlich knapper wird als Gold. Durch die Reduzierung der Blocksubventionen und die daraus resultierende Verlangsamung der Neuproduktion von Bitcoin übersteigt das Verhältnis zwischen vorhandenem Angebot und Neuproduktion, bekannt als das Stock-to-Flow-Verhältnis, das von Gold um etwa das Doppelte. Dieses Knappheitsmaß zeigt, dass Bitcoin mit seiner festgelegten Höchstmenge und dem vorhersehbaren Ausgabeplan nach dem Halving eine noch knappere "Ressource" wird. Bei einer ungefähren jährlichen Inflationsrate von dann nur noch ca. 0,85 % könnte die Überlegenheit gegenüber Gold in Bezug auf die Knappheit die Position von Bitcoin als "digitales Gold" weiter stärken und sein Potenzial als Wertaufbewahrungsmittel für viele in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Die Zukunft des Bitcoin-Minings

Sobald alle Bitcoin geschürft sind, werden die Einnahmen der Miner, wie bereits erwähnt, ausschließlich aus Transaktionsgebühren bestehen. Diese Änderung könnte die Dynamik des Minings verändern und vielleicht sogar Anpassungen in den Geschäftsmodellen der Miner erfordern. Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten, überschüssige Energie zu nutzen oder erneuerbare Energien durch Mining zu subventionieren, wird der Markt jedoch auch hier Lösungen finden.

Ein entscheidender Moment für Bitcoin

Das Halving 2024 steht symbolisch für die Grundprinzipien von Bitcoin: Knappheit, Dezentralisierung und Unveränderbarkeit. Es erinnert uns daran, dass Bitcoin nicht nur eine Kryptowährung unter vielen ist, sondern auch ein soziales und technologisches Experiment, das die Art und Weise, wie wir über Geld und die Speicherung von Werten denken, herausfordert. Es ist mehr als nur ein kurzfristiges Ereignis mit potenziellen Auswirkungen auf die Preise. Es ist ein integraler Bestandteil des langfristigen Wertversprechens von Bitcoin, das darauf abzielt, Inflation zu verhindern und den Wert von Bitcoin über die Zeit zu erhalten.

Fabio Tröndle ist Head of Education bei Coinfinity, Österreichs ältestem Bitcoin-Broker, und Mitbegründer des Bitcoin-Fachverlags Aprycot Media. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit qualitativ hochwertigen Inhalten ein fundiertes Bildungsangebot in den Bereichen Bitcoin und Wirtschaft zu schaffen.

Disclaimer:

Dieser Artikel stellt weder eine Anlageberatung noch eine Aufforderung zum Kauf von Bitcoin dar. Investieren birgt Risiken. Jede Finanzanlage kann den Verlust des investierten Kapitals zur Folge haben. Vor dem Abschluss einer Transaktion sollten stets eigene Recherchen durchgeführt werden.

Fabio Tröndle ist Head of Education bei Coinfinity, Österreichs ältestem Bitcoin-Broker, und Mitbegründer des Bitcoin-Fachverlags Aprycot Media. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit qualitativ hochwertigen Inhalten ein fundiertes Bildungsangebot in den Bereichen Bitcoin und Wirtschaft zu schaffen.

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