10.01.2019 11:01:32

Capital Group: Japan im Aufwind

Gute Aussichten für Japan-Investments: Premierminister Shinzō Abe dürfte auch im gerade begonnen Jahr seinen Reformkurs fortsetzen und Unternehmen dürften weiterhin von einer gestärkten Corporate Governance profitieren.

Dadurch ergeben sich für Anleger interessante Investmentmöglichkeiten. Akira Fuse, Investmentspezialist bei Capital Group, und Steven Watson, Portfoliomanager bei Capital Group, analysieren in ihrem Ausblick für das Jahr 2019, wo sich Chancen ergeben könnten.

Geringe Abdeckung durch Analysten bietet Möglichkeiten für Stockpicker

„Wir denken, dass es für die japanische Wirtschaft nur ein begrenztes Abwärtsrisiko gibt. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass das US-amerikanische Wirtschaftswachstum auf einem guten Niveau bleiben dürfte, auch wenn es wahrscheinlich etwas schwächer ausfallen wird, und das Chinas Volkswirtschaft nicht signifikant nachgeben sollte“, so Fuse. Er erwartet, dass die Gewinne japanischer Unternehmen weiterhin wachsen werden, wenn auch in etwas geringerer Größenordnung als zuvor. „Die Aktienkurse sind trotz des erwarteten Wachstums der Unternehmensgewinne immer noch nicht sonderlich hoch, weshalb der Ausblick für den japanischen Aktienmarkt insgesamt positiv ist.“

„Es gibt vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen attraktive Möglichkeiten. Diese Anlageklasse wird häufig übersehen. Interessant sind vor allem Small- und Mid-Caps, deren Börsenwert ungefähr zwischen einer bis zu drei Milliarden US-Dollar liegt“, erklärt Fuse. Die Investitionschancen ergeben sich aus seiner Sicht auch, weil die Mitglieder des TOPIX Small Cap Index durchschnittlich nur von zwei Analysten beobachtet würden. Eine Vielzahl von Unternehmen werde daher nahezu kaum von Brokerage-Analysten beachtet. „Besonders wichtig für den Anlageerfolg ist, dass lokale Research-Teams regelmäßig die Hauptsitze und Fabriken dieser Unternehmen besuchen, um diejenigen zu identifizieren, die kontinuierliches Wachstum in diesem Universum erwarten lassen. Wir sind überzeugt davon, dass dieser Anlagebereich derzeit ein sehr fruchtbarer Boden für Stockpicker ist.“

Kontinuierliche politische Fortschritte schaffen gutes Investmentumfeld

Japans Erfolg kommt dabei nicht von ungefähr, er liegt in der Kontinuität begründet: Premierminister Shinzō Abes dritte Amtszeit dauert bis 2021, und so lange hat er auch Zeit, seine Reformen umzusetzen. Eines seiner wichtigsten Ziele wird sein, dass das nominale japanische Bruttoinlandsprodukt weiter so stark wächst wie in den letzten Jahren. Nur so kann das Haushaltsdefizit abgebaut und gleichzeitig der Lebensstandard gesteigert werden.

Bei der Corporate Governance bleibt aus Sicht von Portfoliomanager Steven Watson zwar noch viel zu tun, doch gab es auch dort beachtliche Fortschritte. „Im März 2018 hat die Tokioter Börse ihren Corporate-Governance-Kodex überarbeitet, und im weiteren Jahresverlauf hat die Financial Services Agency den Stewardship-Kodex für institutionelle Investoren verbessert. Die Richtlinien sind jetzt wesentlich konkreter, und es gibt Anzeichen für dauerhafte Verbesserungen“, sagt Watson.

Öffentliche Pensionsfonds verlangen ebenfalls mehr Rechenschaft von ihren Investmentmanagern, sodass einige von ihnen den Dialog mit den Investoren verbessern und stärker auf die Erträge achten. Der staatliche japanische Pensionsfonds, der größte der Welt, nutzt seinen Einfluss, um sich für eine gute Corporate Governance einzusetzen. Außerdem drängt er auf höhere Dividenden und Aktienrückkäufe, was den Aktionärserträgen nur guttun kann.

Der Schlüssel zu einer guten Corporate Governance ist Watson zufolge regelmäßige Kommunikation. Daher sprechen die Investmentexperten von Capital Group seit Langem mit Unternehmen über eine Verbesserung der Corporate Governance, auch in Japan. „Japan hat große Fortschritte gemacht und entfernt sich zunehmend vom Kansayaku-System mit seinen satzungsmäßigen Buchprüfern, die vom Unternehmen bezahlt werden und daher faktisch Angestellte sind“, sagt Portfoliomanager Steven Watson. „Die Verbesserungen der Corporate Governance sind sehr ermutigend.“

Über Capital Group

Capital Group ist einer der ältesten und größten Investmentmanager der Welt und managt Aktien, Anleihen und Private-Equity-Anlagen für unterschiedliche Investoren. Seit 1931 hat Capital Group nur ein Ziel: überdurchschnittliche, stabile Erträge für langfristige Investoren – durch Portfolios aus überzeugenden Einzelwerten, sorgfältige Analysen und Eigenverantwortlichkeit. Zurzeit verwaltet die Capital Group über 1,8 Billionen US-Dollar in langfristigen Anlagen für Privatanleger und institutionelle Investoren auf der ganzen Welt. Capital Group hat ein integriertes Researchnetz aus über 380 Investmentexperten. Die Portfoliomanager haben durchschnittlich 27 Jahre Investmenterfahrung.

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