13.02.2020 15:05:13

Diese Investoren setzen auf positive Wirecard-Zahlen

Am morgigen Freitag legt der Dax-Konzern Wirecard seine Geschäftszahlen für das vergangene Jahr vor. Die Großaktionäre des Unternehmens rechnen offenbar mit guten Nachrichten: Viele von ihnen haben ihre Positionen zuletzt aufgestockt.

Die Aktie des Zahlungsdienstleisters Wirecard hat einen starken Jahresstart hingelegt. Am morgigen Freitag (14. Februar) wird sich zeigen, ob das jüngste Kurs-Plus gerechtfertigt ist. Das Unternehmen legt dann die Zahlen für das Geschäftsjahr 2019 vor. In den vergangenen Jahren konnte der Spezialist für mobile Bezahllösungen sowohl Umsatz als auch Gewinn regelmäßig um rund 30 Prozent steigern. „Wir werden nicht enttäuschen“, versprach Wirecard-Vorstandschef Markus Braun Ende Januar via Twitter. Investoren gehen offenbar davon aus, dass Braun sein Versprechen hält und sich der Aufwärtstrend im vergangenen Jahr fortgesetzt hat.

Mit mehr Spannung als die Jahreszahlen dürften Investoren indes etwas anderes erwarten: das Ergebnis der Sonderprüfung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Wirecard gilt als das Schmuddelkind im Dax. Betrug, Korruption, Spionage, Bilanzfälschung – die Liste der Vergehen, die dem Konzern in den vergangenen Monaten zur Last gelegt wurden, ist lang. Im Dezember warf die „Financial Times“ Wirecard vor, in seiner Bilanz Geld, das auf Treuhandkonten liegt, zu den eigenen Barreserven gerechnet und so eine Kennzahl manipuliert zu haben, die Investoren besonders interessiert. In der Folge stürzte die Aktie kurzzeitig ab. Im Januar beauftragte der neue Aufsichtsratschef Thomas Eichelmann KPMG damit, die Bücher zu durchleuchten. Anleger gehen offenbar davon aus, dass die Wirtschaftsprüfer das Unternehmen entlasten, sodass sich die Gerüchteküche beruhigt und der Aktienkurs weiter steigt.

Über ein positives Ergebnis der Sonderprüfung und starke Jahreszahlen dürften sich vor allem die großen Wirecard-Aktionäre freuen, die dem Unternehmen auch in den dunklen Tagen die Treue gehalten haben. Neben dem größten Anteilseigner, der MB Beteiligungsgesellschaft von Vorstandschef Markus Braun, sind das in erster Linie Banken und Fondsgesellschaften. Einige von ihnen haben ihr Engagement bei dem Zahlungsdienstleister zuletzt sogar noch ausgebaut.

Finanzprofis zeigen sich optimistisch

Neu aufgestiegen in die Riege der Aktionäre mit meldepflichtigen Positionen ist Union Investment. Der genossenschaftliche Fondsanbieter hält seit Ende Januar rund vier Prozent der Wirecard-Anteile in Streubesitz. Die Wirecard-Position sei in vielen Portfolios aufgestockt worden, sowohl in Deutschland-Fonds als auch in globalen Mandaten, erklärte Marc Hellingrath, Leiter Globale Aktien bei Union Investment, dem Branchenportal finanz-szene.de.

Auch die Deutsche Bank hat zugekauft. Deutschlands größtes Geldhaus ist derzeit mit knapp sechs Prozent an Wirecard beteiligt. Ihre Fondstochter DWS hat zum Jahreswechsel ihre Position deutlich aufgestockt, zeigen Zahlen des Datenanbieters Bloomberg. Das war vor allem Fondsmanager Tim Albrecht zu verdanken, in dessen Deutschland-Aktienfonds die Aktie des Zahlungsdienstleisters derzeit zu den größten Positionen gehört. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat ebenfalls zugeschlagen: Der Wirecard-Großaktionär hat seinen Anteil im vergangenen Monat von 10,8 auf 14,05 Prozent hochgefahren. Auch der US-Investmentriese Blackrock hat zuletzt wieder leicht aufgestockt. Ärgern dürfte sich Jupiter Asset Management: Der Vermögensverwalter hatte im vergangenen Herbst seine Position kurz vor dem Kurssturz verkleinert – und hat sie danach nicht wieder ausgebaut.

Die Turbulenzen rund um Wirecard zeigen: Für Privatanleger kann es sich lohnen, darauf zu achten, wie sich Großaktionäre positionieren. Wer trotz Hiobsbotschaften an dem Unternehmen festgehalten hat, dürfte sich in den kommenden Wochen über einen weiteren Kursanstieg freuen. Unter Shortsellern dürfte sich dagegen Trübsinn breit machen. Die Wirecard-Aktie war zuletzt beliebt bei Investoren, die auf fallende Kurse setzen. Das dürfte sich nun ändern.

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