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Marktprognosen 01.12.2019 20:58:00

Aktien, Gold & Rohöl: Experten-Prognosen für 2019 waren meist zu pessimistisch

Aktien, Gold & Rohöl: Experten-Prognosen für 2019 waren meist zu pessimistisch

• Analysten rechneten für 2019 mit anhaltendem Handelskrieg, schwächerer Konjunktur und strafferer Geldpolitik
• Bei Ölpreis und Gold lagen die meisten Experten mit ihren Prognosen 2019 gehörig daneben
• Aktienmarkt überholte 2019 selbst die optimistischsten Prognosen

Das Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu und nach und nach veröffentlichen die Analysehäuser nun ihre Prognosen für 2020. Da sich die Experten jedoch selten einig sind, in welche Richtung es für DAX, Gold, Rohöl und Co. in den kommenden zwölf Monaten gehen wird, kann es für Anleger bei der Zusammenstellung des Portfolios für das nächste Jahr hilfreich sein zu wissen, welcher Analyst mit seinen Prognosen für 2019 ins Schwarze getroffen hat - und wer komplett danebenlag.

Rohöl machte Analysten das Leben schwer

Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent geriet Ende 2018 unter die Räder und sackte an Weihnachten bis auf rund 50,50 US-Dollar ab, was dazu führte, dass einige Analysehäuser ihre ursprünglichen Prognosen für das schwarze Gold noch einmal überdenken mussten. Die Schweizer Großbank UBS blieb trotz des Ausverkaufs, den sie als "übertrieben" bezeichnete, bullish für Brent und sagte für das aktuelle Jahr eine Erholungsrally vorher, die den Ölpreis in sechs bis zwölf Monaten auf 85 US-Dollar treiben würde. Das Team rund um JPMorgan-Analyst Scott Darling senkte hingegen nach dem Kursrutsch die Prognose für den Ölpreis in 2019 von 83,50 US-Dollar auf 73 US-Dollar.
Während das Barrel Brent im April 2019 tatsächlich wieder rund 75 US-Dollar kostete, kamen die Kurse ab Ende Mai zurück und der Ölpreis liegt aktuell bei rund 63 US-Dollar. Damit lagen die Experten von JPMorgan zwar beim Kursziel falsch, haben aber zumindest korrekt vorhergesagt, dass es in der ersten Jahreshälfte zu einer moderaten Erholung der Ölpreise kommen wird, auf die ein Rückgang folgt, da sich das globale Wachstum abschwächt.

Auch die Investmentbanken Goldman Sachs und Bank of America Merrill Lynch, die laut "CNBC" für 2019 einen durchschnittlichen Ölpreis in Höhe von 70 US-Dollar anvisiert hatten, scheinen zu hoch gegriffen zu haben. Analyst Hootan Yazhari der Bank of America Merrill Lynch hatte aber immerhin recht damit, dass es wieder zu einer "Aufwärtsbewegung der Ölpreise kommen" würde, diese aber nicht das Niveau von 90 US-Dollar erreichen würden. Fast genau den aktuellen Preis für ein Barrel Brent getroffen haben hingegen die Citigroup und Julius Bär. Während die Citigroup laut "CNBC" einen durchschnittlichen Ölpreis in Höhe von 60 US-Dollar prognostiziert hat, legte Norbert Rücker von Julius Bär eine recht detaillierte und zutreffende Vorhersage vor: Er gab im Februar für die nächsten drei Monate ein Brent Crude-Preisziel von 72,50 US-Dollar aus, erwartete aber keinen längerfristigen Aufwärtstrend, sondern auf längere Sicht einen Durchschnittspreis von rund 65 US-Dollar.

Kurswechsel der Notenbanken macht Gold-Prognosen zunichte

Gold dümpelte in der ersten Jahreshälfte 2019 vor sich hin und verbuchte dann aufgrund von Handelskrieg und schlechten Wirtschaftsdaten ein kräftiges Plus. Insgesamt konnte das gelbe Edelmetall 2019 bislang um 14 Prozent auf rund 1.455 US-Dollar zulegen. Die meisten Analysten hatten Konjunktur und Handelskrieg bei ihren Prognosen zwar berücksichtigt, waren aber auch von steigenden - oder zumindest konstanten - Zinsen als stark belastendem Einflussfaktor für den Goldpreis ausgegangen. Mit neuerlichen Zinssenkungen der Notenbanken hatte kein Analyst gerechnet. Die Kursziele für Gold waren daher 2019 in den meisten Fällen deutlich zu niedrig angesetzt.

Die Bank of Montreal erwartete einen durchschnittlichen Goldpreis in Höhe von 1.293 US-Dollar, während die Citigroup laut "CNBC" von 1.270 US-Dollar ausging und JPMorgan immerhin 1.325 US-Dollar als Kursziel ausgab. Die Analysten der Bank of America Merrill Lynch sahen den Goldpreis 2019 im Schnitt bei 1.296 US-Dollar, gaben laut "CNBC" allerdings immerhin zu bedenken, dass eine Rally den Kurs bis auf 1.400 US-Dollar hochtreiben könnte. Festlegen wollten sie sich auf diesen Kurs allerdings offenbar nicht. Anders die Experten der niederländischen ABN AMRO Bank. Sie gingen bereits zu Jahresbeginn davon aus, dass ein schwächerer US-Dollar und die Handelskrieg-Rhetorik von US-Präsident Donald Trump den Goldpreis bis auf 1.400 US-Dollar treiben könnten - und sind somit momentan sehr nah dran am aktuellen Kursniveau des Edelmetalls.

US-Markt überraschte Analysten mit neuen Rekorden

Für den US-Aktienmarkt lief es 2019 rund: Sowohl der Dow Jones, als auch der NASDAQ Composite und der S&P 500 konnten kräftig zulegen und markierten im Jahresverlauf neue Allzeithochs. Viele Analysten hatten sich im Vorfeld zwar optimistisch zu den Aussichten für den S&P 500 geäußert, mit den aktuellen Kursen um 3.150 Punkte hatte jedoch keiner gerechnet. Sowohl Analyst David Kostin von Goldman Sachs als auch die britische Großbank Barclays sahen den S&P 500 zum Jahresende bei 3.000 Punkten und damit immerhin über seinem vorherigen Rekord bei 2.941 Punkten. Auch die BayernLB hielt einen neuen Rekord für möglich - allerdings nur im ersten Halbjahr 2019. Danach gingen die Experten von einem schwierigeren Umfeld, Kursabgaben und einem Stand von 2.850 Punkten zum Jahresende aus.

Auch weitere Analysten waren der Meinung, dass der Handelskrieg, die Geldpolitik der Fed und ein nachlassendes Wirtschaftswachstum den US-Markt früher oder später verunsichern werden. Analyst Christian Mueller-Glissmann von Goldman Sachs schrieb beispielsweise in seinem Ausblick auf 2019: "Wir erwarten bis Ende nächsten Jahres, dass die US-Wirtschaft auf unter zwei Prozent fallen wird. Dies dürfte den Markt noch weiter verängstigen". Bislang ist jedoch kaum etwas von Angst und Verunsicherung am US-Aktienmarkt zu spüren, tatsächlich zeigte sich dieser - entgegen der Prognose der BayernLB - gerade im zweiten Halbjahr besonders stark.

Deutsche Aktien - besser als gedacht

Der DAX hat sich bei einem Stand von rund 10.560 Punkten aus einem schwachen Börsenjahr 2018 verabschiedet - und die Analysten wiesen zum Jahreswechsel auch für 2019 auf zahlreiche Risikofaktoren für deutsche Aktien hin. Neben politischen Unwägbarkeiten wie dem Brexit, den italienischen Verschuldungsplänen und dem Handelsstreit zwischen den USA und China warnten die Experten vor einer Abkühlung der Weltkonjunktur und steigenden Zinsen. Während sich jedoch die Geldpolitik 2019 völlig anders entwickelt hat als von den Marktkennern prognostiziert, blieben vor allem das anhaltende Tauziehen um den Brexit, eine schwächelnde Weltwirtschaft und der Handelskonflikt zentrale Themen an der Börse - allerdings belasteten sie den DAX nicht so stark wie von den Experten erwartet.

Denn mit ihren Kurszielen für 2019 waren die meisten Analysten tatsächlich zu vorsichtig. So zeigten sich zwar alle optimistisch und prognostizierten für den DAX ein Kursplus zum Jahresende, vom aktuellen Stand des Leitindex sind sie jedoch trotzdem in den meisten Fällen deutlich entfernt. Die Bayern LB ging Ende 2018 etwa davon aus, dass sich der DAX zum Jahresende 2019 in der Region von 11.500 Punkten bewegen würde. Die Deutsche Bank sah den DAX bei 12.300 Punkten, die Commerzbank bei 12.500 Punkten und die Postbank immerhin bei 13.000 Punkten. Am nächsten dran sind aktuell die Analysten, von denen die Nachrichtenagentur dpa-AFX Ende 2018 schrieb, dass sie sich mit ihren Prognosen "recht weit aus dem Fenster lehnen" würden: die Helaba und die DZ Bank. Die Helaba sagte für den DAX zum Ende des Jahres 2019 einen Stand von 13.200 Punkten vorher, die DZ Bank legte noch einmal 100 Punkte drauf und prognostizierte, dass der Leitindex der Börse Frankfurt das Jahr bei 13.300 Punkten beenden wird.

Noch ist das Jahr 2019 zwar nicht vorbei, die aktuellen DAX-Kurse lassen jedoch vermuten, dass eher die höheren Prognosen korrekt sein dürften. Tatsächlich könnte der Index in den verbleibenden Wochen bis zum Jahreswechsel auch noch eine Vorhersage durchkreuzen, bei der sich eigentlich alle Experten einig waren: Keiner hielt ein neues Rekordhoch in 2019 für wahrscheinlich. Zum Allzeithoch bei 13.597 Punkten aus dem Jahr 2018 ist zwar tatsächlich noch etwas Luft, allerdings scheint ein neuer Rekord momentan nicht mehr unmöglich.

Redaktion finanzen.at

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Bildquelle: mantinov / Shutterstock.com,BaanTatSaNa / Shutterstock

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