ESG-Strategie 04.10.2021 20:21:00

Aktionär: IMMOFINANZ und CA Immo hinken bei ESG-Kriterien hinterher - Konzerne weisen Kritik zurück

Aktionär: IMMOFINANZ und CA Immo hinken bei ESG-Kriterien hinterher - Konzerne weisen Kritik zurück

IMMOFINANZ und CA Immo sehen sich unterdessen bei der Umsetzung der sogenannten ESG-Kriterien auf einem guten Weg. Die Kritik des Hedgefonds und Kleinaktionärs Petrus Advisers über eine zu lasche Vorgehensweise wiesen Sprecherinnen der beiden Konzerne am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters zurück.

"Wie unseren Berichten zu entnehmen ist, erarbeiten wir derzeit mit externen Experten eine detaillierte Net Zero Emissions-Strategie inklusive konkreter Ziele und Maßnahmen für unser Portfolio", sagte die Immofinanz-Sprecherin. Dies habe man auch in einem persönlichen Gespräch mit Petrus erörtert.

Der kritische Investor hatte zuvor in einem Brief an die Aufsichtsräte der Firmen eine nachhaltige ESG-Strategie sowie ein Bekenntnis zur Klimaneutralität gefordert. ESG steht für ökologische, soziale und Governance-Kriterien, also Werte guter Unternehmensführung. Immofinanz hat zwar laut Petrus begonnen, an einigen Umweltthemen zu arbeiten. Die Verantwortung für CO2-Emissionen werde aber gerne an die Mieter abgedrückt, hieß es in dem Brief. Weder beim Betrieb von Immobilien noch bei der Entwicklung würde der Konzern einen Weg in Richtung Netto-Null-Emissionsziel nennen. "Einmal mehr fordern wir Sie auf, ihren Winterschlaf zu beenden", schrieben die beiden Petrus-Partner Klaus Umek und Till Hufnagel.

Kritisiert wurde unter anderem auch die Männer-Dominanz im Aufsichtsrat. Die Sprecherin verwies in dem Zusammenhang darauf, dass bei der kommenden Hauptversammlung zwei Frauen zur Wahl in das Kontrollgremium stehen.

Des Weiteren sieht der Investor die gescheiterten Fusionsplänen der Immofinanz mit der s Immo kritisch. Diese hätten weder bei den eigenen Aktionären noch bei den Aktionären der Gegenseite eine Mehrheit gefunden. Nach dem Abgang von Konzernchef Ronny Pecik sei nun ein Neuanfang gefragt. "Seit Juni ist kein Schritt in die richtige Richtung gemacht worden, und die Aktionäre warten noch immer darauf, wie das Unternehmen in Zukunft geführt werden soll". Die Nachfolgeregelung müsse schnellstens mit einer Persönlichkeit mit starker ESG-Kompetenz gelöst werden, forderte der Investor. Nach dem Rücktritt von Immofinanz-Chef Pecik im Juni wird das Unternehmen von den beiden Vorständen Dietmar Reindl und Stefan Schönauer geführt.

Bei der CA Immo hob der Aktionär positiv hervor, dass die Firma aktiv an einigen Umweltthemen arbeite. Der Fokus liege darauf, Transparenz zu schaffen sowie mittelfristig auf den CO2-freien Betrieb der Immobilien hinzuarbeiten. Mit dem Geschäftsbericht 2021 soll es auch quantitative Ziele geben, was laut Petrus deutlich später sei als bei vielen Mitbewerbern. "Vor allem der Bereich Immobilienentwicklung scheint noch weit davon weg zu sein, den Weg in Richtung Null-Emissionen artikulieren zu können".

Eine CA-Immo-Sprecherin sagte gegenüber Reuters, dass das Unternehmen vielfältige Initiativen und Projekte bezüglich Klimaschutz in Umsetzung habe. Im Peer-Group-Vergleich liege der Konzern im guten Mittelfeld. "Von dieser Position aus wollen wir sowohl unser ESG Reporting als auch die operative Performance in diesem Bereich in den kommenden Jahren weiter verbessern und mit quantitativen Zielen untermauern."

Petrus Advisers hält an CA Immo und Immofinanz jeweils unter fünf Prozent.

Die CA Immo-Aktie gab in Wien letztlich um 0,81 Prozent auf 36,60 Euro nach, während die IMMOFINANZ-Aktie 0,97 Prozent leichter bei 20,50 Euro notierte.

kre/sp

APA

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Bildquelle: CA Immobilien,IMMOFINANZ AG,CA Immobilien Anlagen AG