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Schwache Performance 11.04.2022 23:00:00

Mangelndes Risikomanagement: Morningstar stuft Cathie Woods Flaggschiff-ETF herunter

Mangelndes Risikomanagement: Morningstar stuft Cathie Woods Flaggschiff-ETF herunter

• ARK Innovation ETF mit kometenhafter Kursperformance in 2020
• Morningstar stuft ETF herab
• Mangelndes Risikomanagement könnte Anlegern schwere Verluste bringen

Die Investorin und ARK Invest-Chefin Cathie Wood ist spätestens seit dem Rekordlauf des Flaggschiff-ETFs ARK Innovation im Jahr 2020 Börsenanlegern weltweit ein Begriff. Während der ETF das Jahr 2019 noch bei einem Wert von 50,05 US-Dollar beendete, ging es bis zum 31. Dezember 2020 bis auf 124,49 US-Dollar aufwärts. Eine beträchtliche Performance, die insbesondere der Ausrichtung des Fonds geschuldet ist. Denn der ARK Innovation ETF ist auf Unternehmen fokussiert, die bahnbrechende Technologien entwickeln, die die Zukunft der Welt aktiv mitgestalten dürften. Dementsprechend groß ist der Fokus auf wachstumshungrige Tech-Unternehmen. So zählen Tesla, Roku, Teladoc Health, Zoom Video, Coinbase, Unity Software, Spotify, Twilio, EXACT Sciences sowie UiPath Stand Jahresende 2021 zu den zehn größten Positionen des Fonds.

ARK Innovation ETFs Kursperformance lässt zu wünschen übrig

Doch seit dem Rekordlauf des Flaggschiff-ETFs hat der Wind gedreht. Wie das Markbarometer Morningstar in einem Artikel vorrechnet, hätte der ARK Innovation ETF seit seinem kometenhaften Aufstieg vor zwei Jahren zu den am schlechtesten performenden US-Fonds gezählt, was der Tatsache geschuldet sei, dass viele der enthaltenen Growth-Aktien mittlerweile wieder deutlich von ihren Hochs zurückgekommen seien. So hat beispielsweise der Streaminganbieter Roku seit Jahresbeginn bereits 49,7 Prozent (Stand: Schlusskurs vom 8. April 2022) an Wert verloren, für Zoom Video ging es derweil 39,70 Prozent abwärts, Tesla verlor bisher 2,96 Prozent hinzugewinnen.

ARK Invest macht Flaggschiff-Fonds noch risikoreicher

Die schlechte Performance hat nun Morningstar dazu veranlasst, das Rating für den ARK Innovation ETF von neutral auf negativ herabzustufen, wie Stratege Robby Greengold in einem Blogeintrag erklärt. Dabei hätten mehrere Faktoren zu der Entscheidung beigetragen. So kritisiert Greengold, dass ARK Invest seit dem Höhenflug des Flaggschiff-Fonds die Anzahl der darin enthaltenen Titel von 60 auf 35 reduzierte. Damit würde CEO Cathie Wood den Fonds für Anleger deutlicher risikoreicher machen, denn die Strategie des Fonds sei somit "effektiv weniger liquide und anfälliger für schwere Verluste".

Der ARK Innovation ETF ist nicht der einzige Fonds des Unternehmens, der sich auf Wachstumstitel fokussiert, die innovative Technologien voranbringen sollen. Da sich die unterschiedlichen ETFs jedoch häufig auf die gleichen Aktien konzentrieren, gebe es innerhalb von ARK Invest auch selbst wenig Möglichkeiten in Zeiten großer Volatilität liquide zu bleiben. Dementsprechend findet es Morningstar bedenklich, dass die Firma über "kein Risiko-Management-Personal" verfüge.

Kein Risikomanagement

Stattdessen würde das Unternehmen einzig auf den Instinkt von Chefin Cathie Wood bei der Zusammenstellung der Portfolios setzen. Wobei ARK Invest "Unternehmen bevorzuge, die oft unprofitabel sind und deren Aktienpreise stark miteinander korrelieren". Statt verschiedene Marktbedingungen zu simulieren und sich auf etwaige Effekte vorzubereiten, würde das Investmentunternehmen sich lediglich an seiner eigenen Vergangenheit orientieren. Das einzige Risiko, das ARK Invest selbst untersuche und berücksichtige, sei das der einzelnen Unternehmen, die ARK Invest nach einer eingehenden Analyse in ihr Portfolio mit aufnehme.

Nachfolge fraglich

Als weiteren negativen Faktor nennt Greengold die Tatsache, dass eine Nachfolge für Cathie Wood (66 Jahre) mit ARKs Director of Research, Brett Winton, zwar geregelt sei, dieser jedoch über keinerlei Erfahrung im Management verfüge. Wood sei im Wesentlichen "die mehrheitliche Eigentümerin und einzige Portfoliomanagerin des Unternehmen". Darüber hinaus würde es dem Unternehmen schwer fallen, neue Talente auch längerfristig zu halten: "Viele der Analysten kamen und gingen und den meisten der neun Verbliebenen mangelt es an einer tiefergehenden Erfahrung in der Branche", so der Morningstar-Stratege.

ARK mangelt es an Verantwortungsbereitschaft

Schlussendlich wirft Greengold der ARK-Chefin vor, sich nicht ausreichend in der Verantwortung zu sehen, ihre Anleger vor Verlusten zu schützen. So hätte Wood sich dahingehend geäußert, das Risikomanagement läge nicht in ihrer Verantwortung, sondern in den Händen der Menschen, die in die Fonds ihres Unternehmens investierten. Nach Morningstars Meinung läge es jedoch in Woods Bereich des Möglichen, mehr dafür zu tun, um die Anleger vor Verlusten zu schützen. Schließlich hätten viele insbesondere in der letzten Zeit ihr Vermögen schrumpfen sehen. Wenn Wood nicht aufpasse, könne es viele Anteilseigner zukünftig noch härter treffen.

Redaktion finanzen.at

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