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Rendite-Turbo? 18.12.2020 06:46:00

Reinvestierte Dividenden: Diese Einflüsse haben sie auf das Investment

Reinvestierte Dividenden: Diese Einflüsse haben sie auf das Investment

• Dividenden können Inflation kompensieren
• Zinseszins wirkt auch bei Aktien
• Reinvestierte Gewinne sorgen für exponentielles Wachstum

In Zeiten von Null- und Negativzinsen kann allein schon die Dividende den Kauf von Aktien rechtfertigen. Denn Staatsanleihen höchster Bonität oder Bankguthaben in Form von Tagesgeldkonten bieten ihren Eigentümern keinerlei Ertrag, geschweige denn einen Inflationsausgleich.

Die unsichtbare Geldentwertung

Die gegenwärtige Inflationsrate in Deutschland ist zwar noch auf keinem besorgniserregenden Niveau, da die Corona-Pandemie die Preiserhebungen für die Verbraucherpreisstatistik stark drosselt, dennoch peilt die Europäische Zentralbank weiterhin eine ständige Teuerungsrate von jährlich mindestens zwei Prozent an.

Geld, welches in solch einem Umfeld also keine Zinsen erbringt, verliert somit automatisch Jahr für Jahr an Kaufkraft. Kontoinhaber, die nun 10.000 Euro auf ihrem Sparbuch halten, besitzen in zehn Jahren, bei einer konservativen Teuerungsrate von durchschnittlich zwei Prozent pro Jahr, nur noch eine Kaufkraft von 8.203,48 Euro, da sich die zugrundeliegenden Güterpreise von 10.000 Euro auf 12.189,95 Euro verteuert haben.

Dividenden bieten einen zuverlässigen Inflationsschutz

Dieses Dilemma können gerade Privatanleger mit dem Kauf von soliden Dividendenaktien umgehen bzw. abmildern, denn die Gewinnausschüttungen von robusten und wertbeständigen Konzernen übertreffen die Inflation in der Regel mit Leichtigkeit. Darüber hinaus verhält sich ein wetterfestes Dividendenportfolio, gerade in unruhigen Börsenzeiten, deutlich schwankungsärmer als der Gesamtmarkt.

Experten von Allianz Global Investors haben in einer umfangreichen Studie sogar ermittelt, dass eine Dividendenstrategie erst bei einer Inflationsrate von über zehn Prozent schlechter als der Gesamtmarkt abschneidet. Entsprechend konnten Investoren, die auf ausschüttungsstarke Aktien setzten, bei einer niedrigeren Inflationsrate ihre Kaufkraft nicht nur erhalten, sondern sogar steigern.

Darüber hinaus sollte bedacht werden, dass die meisten soliden Dividendenwerte ihre Ausschüttungen regelmäßig steigern. Die persönliche Ausschüttungsrendite des Investors, also der Ertrag auf das eingesetzte Kapital, erhöht sich somit stetig.

Buffett und die Dividende von Coca-Cola

Dass Starinvestor Warren Buffett eine große Vorliebe für Dividendenwerte hat, lässt sich leicht an dem Portfolio von Berkshire Hathaway ablesen. So kommt es, dass Buffett schon seit vielen Jahrzehnten ein umfangreiches Aktienpaket am US-Getränkegigant Coca-Cola besitzt. Da der Konzern seine Ausschüttung seit über 100 Jahren nicht nur konsequent auszahlt, sondern seit fast 60 Jahren auch mindestens einmal pro Jahr erhöht, beläuft sich die persönliche Dividendenrendite von Buffett bei Coca-Cola mittlerweile auf über 50 Prozent.

Dieses Beispiel zeigt, dass Dividendeninvestoren ihren Fokus nicht ausschließlich auf die gegenwärtige Rendite legen sollten, sondern vor allem auch auf das langfristige Dividendenwachstum.

Rendite-Turbo durch Wiederanlage

Die eigentliche Macht der Dividende entfaltet sich jedoch erst, wenn die Ausschüttung gar nicht erst vom Depot abgebucht wird, sondern unmittelbar wieder in Aktien reinvestiert wird. Anleger, die mit ihren ausgeschütteten Dividenden direkt neue Aktien erwerben, welche wiederum Dividenden abwerfen, machen sich somit den Zinseszinseffekt zunutze. Dieser unscheinbare Effekt kann Investoren dabei helfen, einen wahrhaftigen Rendite-Turbo im Depot zu zünden.

Nicht umsonst bezeichnete Albert Einstein den Zinseszinseffekt als das achte Weltwunder bzw. als die stärkste Kraft im Universum. Da sich das enorme Potenzial des Zinseszinses jedoch erst auf lange Sicht bemerkbar macht, wird dieser Effekt bei der Geldanlage leider häufig übersehen oder gar ignoriert.

Ein Beispiel für die stärkste Kraft im Universum

Ein Anleger, welcher 10.000 Euro in eine Aktie mit einer Dividendenrendite von fünf Prozent investiert, erhält nach einem Jahr, ohne Kursgewinne oder Kursverluste, 10.000 Euro plus 500 Euro Dividende. Sofern diese Dividende Jahr für Jahr angespart wird, ergibt sich nach einer Dauer von 30 Jahren ein Betrag von insgesamt 25.000 Euro bzw. 10.000 Euro zuzüglich der Dividenden in Höhe von insgesamt 15.000 Euro (30 Jahre mal 500 Euro).

Kauft der Investor mit seiner jährlichen Gewinnausschüttung jedoch neue Aktien, anstatt das Geld nur zu sparen, verleiht er seinem Portfolio einen Rendite-Turbo. Denn schon im zweiten Jahr beläuft sich der gesamte Anlagebetrag auf 10.500 Euro anstatt nur auf 10.000 Euro. Nach insgesamt 30 Jahren ergibt sich so eine Summe von über 43.000 Euro, statt nur 25.000 Euro.

Je länger die Anlagedauer, desto besser

Der Zinseszinseffekt oder der sogenannte Dividenden-Dividenden-Effekt zeigt sein Potenzial jedoch erst nach einigen Jahren, dementsprechend wächst das Vermögen in den Anfangsjahren nur geringfügig schneller, als ohne Wiederanlage. Langfristig sorgt das exponentielle Wachstum, welches dem Zinseszins innewohnt, jedoch für eine regelrechte Explosion des Vermögens.

Nach einer Anlagedauer von beispielsweise 60 Jahren wächst das Anfangskapital von 10.000 Euro nämlich auf insgesamt 186.791,86 Euro anstatt nur auf 40.000 Euro bzw. 10.000 Euro plus 30.000 Dividende (60 Jahre mal 500 Euro).

Der Zinseszinseffekt am Beispiel von drei Dividendenaktien

Da Aktien ihren Investoren nicht nur Gewinnausschüttungen bieten, sondern natürlich auch Kursgewinne, sind die vorangegangenen Rechenbeispiele sogar zu konservativ. So hätten Anleger, die 10.000 Euro über einen Zeitraum von 30 Jahre in Papiere von Reckitt Benckiser, Johnson & Johnson oder Fuchs Petrolub investiert hätten, noch viel höhere Gewinne erzielen können.

So wurden aus 10.000 Euro, allein durch die Kursgewinne, nach 30 Jahren 100.000 Euro bei RB, 205.000 Euro bei J&J und 190.000 Euro bei Fuchs Petrolub. Zusammen mit den ausgeschütteten Dividenden wären Aktionäre in dieser Zeitspanne somit auf einen Betrag in Höhe von insgesamt 133.000 Euro bei RB, 260.000 bei J&J und 240.000 Euro bei Fuchs Petrolub gekommen.

Ein wirklich herausragendes Vermögen hätten in diesem Zeitraum jedoch nur die Anleger erzielt, die ihren jährlichen Dividendenauszahlungen unmittelbar in die Aktien der jeweiligen Firma reinvestiert haben. Aus einer Investition in Höhe von 10.000 Euro hätte sich so mit Anteilsscheinen von Reckitt Benckiser ein Betrag von 230.000 Euro ergeben. Die Aktionäre von Johnson & Johnson hätten nach 30 Jahren sogar über ein Vermögen in Höhe von 405.000 und 605.000 Euro freuen können.

Auch der DAX profitiert vom Zinseszinseffekt

Als sogenannte Performanceindex setzt sich der deutsche Leitindex aus Kursgewinnen und wieder angelegten Dividenden zusammen. Im Gegensatz zum Dow Jones bildet der DAX also nicht nur die reine Kursentwicklung der einzelnen Aktien ab, sondern auch die Dividende.

Ein Vergleich zwischen dem DAX-Performanceindex oder auch Total-Return-DAX mit dem DAX-Kursindex lässt dabei sofort erkennen, welche langfristige Auswirkung die Wiederanlage der Dividende hat. Denn während der DAX-Performanceindex aktuell im Bereich von 13.000 Punkten notiert, bringt es der DAX-Kursindex gegenwärtig gerade einmal auf rund 5.600 Punkte. Demensprechend verdankt der DAX über die Hälfte seiner Performance den reinvestierten Dividenden.

Pierre Bonnet / Redaktion finanzen.at

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