Fondsmanager Gundlach über Gold-ETFs: Alles andere als ein sicherer Hafen?

Gold-ETFs mit starker Nachfrage
• Fondsmanager sieht diese als "spekulative Anlage"
• ETF-Besitzer sind keine Goldbesitzer


Wer in Gold investieren will, der hat grundsätzlich die Wahl, dies in physischer Form oder auf Papier zu tun. Viele Anleger haben sich jüngst für letzteren Weg entschieden, Bloomberg zufolge ist das Anlegervermögen, das in Gold-ETFs liegt, in der vergangenen Woche auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Doch Papiergold hat einen Nachteil, warnt Fondsexperte Jeffrey Gundlach.

Spekulativer Charakter?

Der CIO von DoubleLine Capital warnte unlängst während eines Webcasts vor Gold-ETFs. Mit einer Investition in diese börsengehandelten Produkte partizipieren Anleger an der Entwicklung des Goldpreises, ohne selbst zum Besitzer von Gold zu werden. Und genau hier sieht Gundlach das Problem: "Glauben Sie nicht, dass Sie das physische Metall zurückbekommen", so der Experte.

Käufer sollten sich der Tatsache bewusst sein, dass Aktien zu halten nicht gleichbedeutend damit sei, Goldbarren zu besitzen. Der Erwerb von Gold-Aktien oder das Investieren in Gold-ETfs sei deutlich einfacher, als der tatsächliche Erwerb eines Goldbarrens, betont Gundlach. "Papiergold"-ETFs seien vor diesem Hintergrund "kaum mehr als spekulative Vehikel", warnt der Fondsmanager. Was passiere denn, wenn physisches Gold tatsächlich knapp werden sollte und jeder sein Papiergold einfach zu Gold machen wolle? "Man kann aus einem Stein kein Blut herausdrücken", wird Gundlach bildlich.

Goldmünzen teurer

Für Gundlach liege der Fehler dabei im System: Es sei nicht genügend Gold vorhanden, um die Papiere abzudecken - diese sind aber durch Gold besichert. Anleger sollten sich vor diesem Hintergrund nicht der Erwartung hingeben, dass sie mit Gold-ETFs tatsächlich Besitzer des Edelmetalls würden.

Hierzulande haben viele Anleger zuletzt einen anderen Weg gewählt, um in Gold zu investieren: Sie haben in großem Stil Goldmünzen nachgefragt. Dies hatte viele Goldhändler in Lieferschwierigkeiten gebracht. Denn nicht nur war die Nachfrage nach physischem Gold höher als sonst üblich, auf der anderen Seite sorgte ein Angebotsdefizit für zusätzliche Probleme. Denn die Coronakrise hatte für Lieferengpässe gesorgt, nachdem Goldminen unter anderem in Südafrika und verschiedene Prägeanstalten im Zuge der Eindämmungsmaßnahmen vorübergehend geschlossen wurden.

Redaktion finanzen.at

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