Christian Scheid-Kolumne 02.04.2019 09:29:26

Immobilienaktien Österreich: Die Spannung steigt

Kolumne

Während die Immobilienaktien in Deutschland fast durchgängig auf oder über ihrem inneren Wert (EPRA NAV) notieren, gibt es in Österreich noch die eine oder andere Perle zu entdecken. Zum Beispiel CA Immo. Dank eines stark angestiegenen Neu¬bewer¬tungs-ergebnisses hat der Büroimmobilienspezialist, der über ein Portfolio von 4,5 Mrd. Euro verfügt, im vergangenen Jahr das Nettoergebnis um 28,2 Prozent auf 305,3 Mio. Euro gesteigert. Das Neubewertungsergebnis kletterte auf 276,5 Mio. Euro - etwa das Zweieinhalbfache des Vorjahreswerts. Doch auch unabhängig davon glänzte CA Immo: Während die Mieterlöse um 6,7 Prozent auf 192,4 Mio. Euro zulegten, kam die wichtige Branchenkenngröße FFO I (das operative Ergebnis aus dem Vermietungs¬geschäft) um 11,3 Prozent auf 118,5 Mio. Euro voran und übertraf damit die eigene Zielsetzung von "über 115 Mio. Euro". Für das laufende Geschäftsjahr 2019 sind hier "mindestens 125 Mio. Euro" angepeilt, heißt es zum Ausblick. Interessant ist auch ein Blick auf den EPRA NAV, der per Ende 2018 um elf Prozent auf 33,30 Euro je Aktie zulegte. Da sich die CA Immo-Aktie dem NAV schon beinahe angenähert hat, ist der Einstieg mittels eines Discount-Zertifikats (ISIN AT0000A26GZ4) der Raiffeisen Centrobank ratsam. Das Papier erlaubt im September 2020 einen Ertrag von 12,5 Prozent, wenn die Aktie dann mindestens bei 31 Euro steht.

Auch bei S Immo ist der EPRA NAV per Ende 2018 auf Basis vorläufiger Zahlen mit 21,28 Euro höher ausgefallen als von Analysten erwartet. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr beträgt satte 21 Prozent. Auch das Bruttoergebnis fiel mit einem Plus von knapp fünf Prozent auf 103 Mio. Euro stärker aus als gedacht. Dieses wurde aufgrund der enormen Verkäufe 2017 eigentlich unter dem Vorjahreswert erwartet. Beim Jahresergebnis erreichte der Konzern, der ein Portfolio von Büro-, Geschäfts- und Wohnimmobilien in sieben europäischen Ländern besitzt, 204 Mio. Euro - ein Aufschlag von mehr als 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Einem Anstieg in Richtung des inneren Werts steht kaum noch etwas im Weg. Mutige Anleger können sich mit einem Faktor-Zertifikat von Morgan Stanley in Stellung bringen.

Bei Immofinanz müssen sich Anleger noch etwas gedulden, bis die 2018er-Zahlen veröffentlicht werden. Bereits vorab ließ die Gesellschaft aber durchblicken, dass der Vermietungsgrad des Bestandsportfolios im Geschäftsjahr 2018 auf die neue Rekordmarke von 95,8 Prozent geklettert ist. Das entspricht einem Zuwachs um 1,6 Prozentpunkte im Jahresabstand beziehungsweise um 6,2 Prozentpunkte auf Sicht von zwei Jahren. Per Ende September waren es 94,5 Prozent gewesen. Im Büroportfolio habe der Vermietungsgrad zum Ultimo 93,7 Prozent erreicht, nach 91,9 Prozent Ende 2017. Das Einzelhandelsportfolio sei mit 98,2 Prozent (nach 97,2 Prozent) voll vermietet gewesen. Insgesamt wurden 2018 rund 312.400 Quadratmeter Nutzfläche neu vermietet oder Verträge verlängert, nach 253.800 Quadratmetern 2017.

Die Vorabdaten machen Lust auf die 2018er-Geschäftszahlen, die am 10. April ver-öffentlicht werden. Tags darauf findet die Bilanzpressekonferenz statt. Spätestens zu diesem Termin rechnen Analysten auch mit Neuigkeiten zum geplanten Zusammen-schluss mit S Immo. Immofinanz hält bereits 29,1 Prozent an S Immo und hat beim Einstieg 2018 Fusionsabsichten bekundet - ein Grund mehr, um bei S Immo einzu¬steigen. Auch Tracker auf den Immobilien ATX, wie etwa von der Commerzbank (ISIN DE000CJ8V3U0), bleiben interessant.

Christian Scheid, Chefredakteur von Zertifikate Austria, begann sich Mitte der Neunziger Jahre für die internationalen Finanzmärkte zu begeistern. Nach seinem Abschluss zum Diplom-Volkswirt 1999 war er Redakteur und Ressortleiter beim Anlegermagazin "Börse Online". Seit 2006 ist er als Freier Wirtschafts- und Finanzjournalist selbstständig. Hier können Sie sich für den Gratis-Newsletter anmelden: Zertifikate Austria


Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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