Geändert am: 15.10.2026 22:01:57

Zinssorgen belasten: ATX schließt deutlich schwächer -- DAX schlussendlich fester -- US-Börsen mit Gewinnen -- Asiens Börsen letztlich tiefrot

AUSTRIA

Der Wiener Aktienmarkt zeigte sich deutlich tiefer.

Der ATX war bereits schwächer gestartet und blieb auch anschließend in der Verlustzone. Letztlich schloss er 1,67 Prozent niedriger bei 6.508,55 Punkten.

Das Kaufinteresse blieb angesichts schwacher internationaler Tech-Vorgaben gedämpft. Marktbeobachter sprachen von einer breiteren Risk-Off-Bewegung an den internationalen Finanzmärkten. Technologiewerte und andere Aktien mit KI-Bezug gerieten angesichts erhöhter Zinsanhebungserwartungen in den USA und den Sorgen vor ausufernden Finanzierungskosten teilweise massiv unter Druck. Ausgelöst wurden die jüngsten Sorgen, neben Finanzierungsproblemen des KI-Unternehmens CoreWeave, von einem überraschend kräftigen Anstieg der US-Inflation im September.

"In Bezug auf die Katalysatoren stehen mehrere Namen, die am stärksten von KI betroffen sind, bereits seit einigen Tagen unter zunehmendem Druck", schrieben die Marktstrategen der Deutschen Bank. Dies habe sich nun auf weitere Unternehmen mit hohem CAPEX-bedingten Finanzierungsbedarf ausgeweitet. Dass die Wetten auf steigende US-Zinsen mittlerweile zu einem Großteil wieder zurückgenommen wurden, verdeutliche zudem, wie sehr die Aufmerksamkeit der Märkte derzeit von KI-Themen dominiert werde, so die Experten, "da Befürchtungen hinsichtlich einer allgemeinen Verschärfung der Kreditkonditionen zu wachsenden Zweifeln daran führten, ob die Fed trotz der hohen Inflationszahlen tatsächlich handeln würde."

Europaweit standen Technologieaktien vor diesem Hintergrund stark unter Druck.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt präsentierte sich am Donnerstag weitgehend schwach, konnte indes im späten Handel ins Plus drehen.

Der DAX konnte nach einer negativen Eröffnung im weiteren Handelsverlauf zulegen und letztlich 0,33 Prozent höher bei 25.382,62 Zählern in den Feierabend gehen.

Sorgen vor Lieferunterbrechungen schwinden: Mit Blick auf die hohen Kraftstoffpreise will die Internationale Energieagentur (IEA) Ölnotreserven wie von Deutschland und den übrigen G7-Staaten gefordert beschleunigt freigeben. Die Ölpreise geben nach.

Die erneut stark unter Druck stehende weltweite Technologiebranche hat am Donnerstag auch auf die Stimmung der Anleger am deutschen Aktienmarkt gedrückt. Da es im DAX aber nur wenige Technologieaktien gibt, konnten sich der Leitindex jedoch in die Gewinnzone vorkämpfen. Dennoch wachsen nach dem überraschend starken Inflationsanstieg in den Vereinigten Staaten im September die Sorgen vor steigenden Zinsen und zugleich auch die Sorgen um die Finanzierung von KI-Unternehmen.

Mögliche weitere Zinsanhebungen, die eine entsprechend höhere Finanzierungslast, vorrangig für Technologieunternehmen, mit sich bringen würden, bereiten Sorgen. "Wir sehen am Aktienmarkt gerade die zweite Welle der KI-Sorgen", kommentierte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Es seien keine klassischen Gewinnmitnahmen, sondern echte Sorgen vor einer massiven Korrektur. Im DAX allerdings, der nur mit einer geringen Anzahl an Techwerten bestückt ist, hinterließen derartige, aus KI-Sorgen heraus entstehende Verkaufswellen deutlich geringere Spuren. Dennoch schwindet vor diesem Hintergrund die Hoffnung auf einen "goldenen Börsenherbst", wie Timo Emden von CapTrader ergänzte.

Konjunkturdaten aus den USA bewegten den DAX kaum. Sie waren uneinheitlich ausgefallen.

WALL STREET

Die US-Börsen fuhren am Donnerstag Gewinne ein.

Der Dow Jones verabschiedete sich mit einem Aufschlag von 1,08 Prozent bei 52.177,81 Zählern in den Feierabend.
Dagegen gab der NASDAQ Composite lange Zeit nach ab. Im späten Verlauf waren aber leichte Gewinne zu sehen und der Techwerteindex schloss mit einem Plus von 0,08 Prozent bei 26.713,03 Punkten.

Die Angst, dass steigende Zinsen an den Kapitalmärkten die mit hohen Schulden finanzierten Investitionen von Unternehmen in Künstliche Intelligenz zunehmend infragestellen könnte, hat den Markt nach wie vor im Griff.

Immerhin gab es am US-Anleihemarkt nun Zeichen einer Entspannung, die Anleiherenditen fielen. "Der Ausverkauf bei Aktien aus dem Technologiesektor sorgt für Kapitalzuflüsse in den Markt für US-Staatsanleihen als sicherer Hafen und drückt die Renditen nach unten", sagte Finanzanalyst Vail Hartman von BMO Capital Markets, der Investmentbanking-Sparte der Bank of Montreal.

Im Dow sind die grossen Tech-Aktien bei weitem nicht so schwer gewichtet wie im NASDAQ

ASIEN

An den Märkten in Asien ging es am Donnerstag tief abwärts.

In Japan zeigte sich der Nikkei 225 4,9 Prozent tiefer bei 64.425,95 Punkten.

Auf dem chinesischen Festland verlor der Shanghai Composite 1,59 Prozent auf 3.707,48 Punkte.

In Hongkong fiel unterdessen der Hang Seng 1,03 Prozent auf 24.062,72 Punkte.

Deutliche Abgaben verzeichneten die asiatischen Börsen am Donnerstag. Überraschend hohe US-Inflationsdaten schüren die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen durch die US-Notenbank. Dies belastete vor allem die zinssensiblen Technologiewerte. Dazu kommen die Sorgen vor einem schärferen Wettbewerb bei Speicherchips mit China, nachdem der chinesische Hableiter-Hersteller CXMT zuletzt Fortschritte bei einer effizienteren DRAM-Architektur vermeldet hatte. Dies weckt Sorgen nach einer geringeren Nachfrage für Speicherchips von Herstellern wie Samsung Electronics und SK hynix.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: wienerborse.at, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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Baumwolle 0,78 -0,01 -1,26
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Heizölpreis 125,48 -0,79 -0,63
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