Bitcoin vs. Gold 29.01.2024 22:12:00

Bitcoin-Spot-ETFs als echte Alternative zu Goldanlagen?

Bitcoin-Spot-ETFs als echte Alternative zu Goldanlagen?

• SEC genehmigt lang ersehnte Bitcoin-Spot-ETFs
• Bitcoin-ETFs mit Einfluss auf Goldperformance?
• Bitcoin-ETFs werden die Rendite von SPDR Gold Shares vermutlich übertreffen

SEC genehmigt Bitcoin-Spot-ETFs

Seit langem wartete die Krypto-Gemeinschaft bereits auf die Genehmigung eines Bitcoin-Spot-EFTs. Am 10. Januar 2024 war es dann endlich so weit und die SEC öffnete den Weg für börsengehandelte Bitcoin-Fonds. Damit wurden börsennotierte Fonds zugelassen, die direkt in Bitcoin investieren. Zu den genehmigten Fonds zählen unter anderem solche der Investment-Schwergewichte BlackRock und Fidelity. Bereits einen Tag zuvor ging eine gefälschte Meldung auf dem gehackten X-Account der US-Behörde online, welche die Genehmigung ankündigte. Auch wenn eine solche Entwicklung bereits seit längerem erhofft wurde, profitierte der Bitcoin-Kurs daraufhin nur zeitweise. Dabei knackte er sogar erstmals seit Dezember 2021 wieder die Marke von 49.000 US-Dollar. Anschließend gab er seine deutlichen Gewinne jedoch rasch wieder ab. Inzwischen notiert die größte Kryptowährung bei 39.924,13 US-Dollar (Stand: 26.01.2024).

Philipp Sandner, einer der führenden Experten für Digitalwährungen in Deutschland und Dozent an der Frankfurt School of Finance and Management erklärt dazu, dass die Genehmigung von Bitcoin-ETFs eine bedeutende Signalwirkung hätte und dazu beitragen würde, dass der Bitcoin zukünftig deutlich professioneller wahrgenommen werde. "Dies wird aber Monate dauern oder sogar noch länger. Der Bitcoin kommt nun langsam im Mainstream an; er wird hoffähig", erklärte er laut dpa. Yemu Xu, Mitbegründer der Krypto-Token- und Blockchain-Plattformen ARPA und Bella Protocol sieht in der Genehmigung von Bitcoin-ETFs die Einleitung in ein digitales Zeitalter. "Die Geschichte wird sich an den 10. und 11. Januar erinnern - den Tag, an dem die Spot-Bitcoin-ETFs genehmigt wurden und den Tag, an dem sie den Handel aufnahmen", so Xu laut MarketWatch.

Wird Bitcoin die Goldperformance in den Schatten stellen?

Die Zulassung von Bitcoin-ETFs wird jedoch nicht nur Auswirkungen auf die Kryptowährung selbst haben. Wie MarketWatch erklärt, werde diese Entwicklung vermutlich auch Einfluss auf die Goldperformance haben. "Die Relevanz von Gold und Gold-ETFs wurde bereits durch Bitcoin bedroht", erklärte Alex Pickard, Vice President of Research beim Investmentunternehmen Research Affiliates gegenüber MarketWatch. "Das Aufkommen von Bitcoin-ETFs bedroht den Markt für Gold als Anlage weiter."

Seit dem 11. Januar haben Pensionsfonds, Stiftungsfonds, die breite Öffentlichkeit und andere nun die Möglichkeit, "frei und legal Bitcoin sowie mit Bitcoin verbundene Vermögenswerte zu erschwinglichen Transaktionskosten zu kaufen, zu halten und zu handeln", so Xu. Bitcoin-ETFs deuten darauf hin, dass eine neue Anlageklasse "auf legale Weise in die Kategorie öffentlich investierbarer Vermögenswerte aufsteigt, ähnlich wie es vor etwa 20 Jahren bei Gold der Fall war", wie er gegenüber MarketWatch betont.

Allerdings wird es voraussichtlich weniger Zeit in Anspruch nehmen, bis das Handelsvolumen der Bitcoin-ETFs, jenes der heutigen Gold-ETFs erreicht, erklärt der Experte weiter. Die hohe Volatilität der Bitcoin-ETFs werde vermutlich "spekulatives Kapital anziehen und zu aktiven Handelsaktivitäten führen." Am ersten Handelstag der Bitcoin-ETFs belief sich das Handelsvolumen des weltweit größten Gold-ETFs, SPDR Gold Shares (GLD), auf 6,83 Millionen im Wert von 1,28 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich dazu wurden im selben Zeitraum Anteile im Wert von über 4,6 Milliarden US-Dollar bei den elf Spot-Bitcoin-ETFs gehandelt.

Laut Pickard werden die nächsten fünf bis zehn Jahre die "Ära der Mainstream-Bitcoin-Investitionen" sein, wobei er erwarte, dass Bitcoin-ETFs die Rendite von SPDR Gold Shares übertreffen werden.

Bitcoin vs. Gold

Als Anlageform hat das "digitale Gold" die These von der Investition in physisches Gold erschüttert und wird sie laut Pickard auch weiterhin erschüttern, denn "Bitcoin hätte sich nicht so durchgesetzt, wenn es keine Vorteile gegenüber Gold gäbe." Dennoch werde es angesichts der historischen Bedeutung von Gold über Jahrtausende hinweg und seiner Verwendung in industriellen Anwendungen und Schmuck immer einen Markt für Gold geben. Damit könnten Gold und Bitcoin unter den richtigen Bedingungen komplementäre Investitionen sein, erklärt er weiter.

Bitcoin und Gold würden "sehr unterschiedliche Volatilitäten" aufweisen, spielten jedoch beide in der gleichen Investitionsarena als "Wertaufbewahrungsmittel", wie Pickard erklärt. Er betonte, dass die Vermarkter von Gold-ETFs und Bitcoin-ETFs die gleichen Anlegergelder ansprechen würden. Trotz dieser Gemeinsamkeiten geht er jedoch davon aus, dass beide Vermögenswerte sich in einem diversifizierten Portfolio ergänzen können.

CK Zheng, Gründer des Krypto-Hedgefonds ZX Squared Capital, weist außerdem darauf hin, dass der Goldpreis seit Beginn der COVID-19-Pandemie um weniger als 30 Prozent gestiegen ist, während Bitcoin-Preise um mehr als 350 Prozent gestiegen sind. In einer Zeit des massiven Gelddruckens und hoher Inflation in den USA hat Gold als traditionelles Wertaufbewahrungsmittel an Bedeutung verloren, während Bitcoin als bessere Absicherung gegen die globale Geldschöpfung betrachtet wird, so Zheng.
Er erklärt jedoch auch, dass Gold und Bitcoin vorerst nebeneinander existieren werden, aber ihre "voraussichtlichen Investitionsgrundlagen sehr unterschiedlich sein werden". Goldanleger schätzen Gold aufgrund seiner historischen Perspektive und globalen Handelsgeschichte über tausende Jahre, während Bitcoin-Anleger die Kryptowährung als wegweisende Technologie betrachten, die das traditionelle Finanzwesen im digitalen Zeitalter revolutionieren wird. Zheng geht davon aus, dass es einige Zeit dauern wird, bis Mainstream-Investoren Bitcoin annehmen, da die Akzeptanz neuer Technologien in der Regel langwierig ist. Die Zulassung von Spot-Bitcoin-ETFs werde den Annahmeprozess jedoch erleichtern.

Langfristig gesehen sprechen jedoch "Leistungen lauter als Worte", erklärt Zheng abschließend. "Da Bitcoin seit seiner Einführung die Anlageklasse mit der besten Wertentwicklung ist, wird er definitiv ein gewisses Investitionsinteresse von Gold abziehen."

Redaktion finanzen.at

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