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Rückkäufe 03.11.2026 09:16:00

Strategy-Aktie unter Beschuss: K33 warnt vor Bitcoin-Strategie

Strategy-Aktie unter Beschuss: K33 warnt vor Bitcoin-Strategie

  • Strategy kaufte vom 19. bis 25. Oktober keinen einzigen Bitcoin
  • K33 beziffert die zusätzliche Dividendenlast durch STRC auf 725 Millionen US-Dollar
  • Strive kauft in einer Woche mehr Bitcoin als Strategy in sechs Wochen

Strategy hat in der Woche vom 19. bis 25. Oktober keinen einzigen Bitcoin gekauft und stattdessen knapp 205 Millionen US-Dollar in den Rückkauf eigener STRC-Vorzugsaktien gesteckt. Das geht aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC vom Montag hervor. Neue Stammaktien hat das Unternehmen rund um Michael Saylor in dieser Woche ebenfalls nicht verkauft, der Krypto-Bestand verharrt wie in der Vorwoche bei rund 848.500 Bitcoin. Damit rückt ausgerechnet das Instrument in den Mittelpunkt, das die Käufe in der ersten Jahreshälfte 2026 befeuert hat und nun Kapital bindet, statt neues zu liefern.

Was die STRC-Finanzierung Strategy wirklich kostet

Wie teuer dieser Treibstoff ist, hat der Kryptobroker K33 durchgerechnet. Laut einer Mitte Oktober veröffentlichten Studie von Forschungsleiter Vetle Lunde, die The Block vorliegt, sind die jährlichen Dividendenverpflichtungen auf Strategys Vorzugsaktien im Laufe des Jahres von rund 830 Millionen auf 1,56 Milliarden US-Dollar gestiegen. Allein 725 Millionen US-Dollar des Anstiegs gehen auf das Konto von STRC. Bei einem angenommenen Bitcoinpreis von rund 83.000 US-Dollar entspricht diese Mehrbelastung rund 8.740 Bitcoin pro Jahr.

Was STRC unterm Strich gebracht hat, prüft K33 mit einer Vergleichsrechnung. Lunde spielte durch, wie viele Bitcoin Strategy ohne die rund 7,5 Milliarden US-Dollar hätte, die das Papier im ersten Halbjahr 2026 einbrachte. In diesem Szenario flossen dafür die rund 4 Milliarden US-Dollar, die Strategy von Mai bis August in die Dollarreserve lenkte, sowie 1,6 Milliarden US-Dollar für STRC-Rückkäufe in Bitcoin, ebenso 90 Prozent der eingesparten STRC-Dividenden. Ergebnis: Ohne STRC stünde Strategy bei 843.303 Bitcoin, tatsächlich waren es am 12. Oktober 848.250. Der Vorteil beträgt also nur 4.947 Bitcoin, und die zusätzlichen Dividenden würden ihn nach der Rechnung von K33 in rund sieben Monaten aufzehren. Ob das Vorzugsaktienmodell ein Fehler war, beantwortet Lunde deshalb mit Ja.

Rückkäufe statt Bitcoin: Die freie Kasse schrumpft

Die Kaufpause ist kein Ausrutscher, sondern der vorläufige Endpunkt einer Entwicklung. Spätestens seit Ende August kauft Strategy Woche für Woche STRC-Papiere zurück. Bereits am 30. Juli hatte das Management angekündigt, regelmäßig zurückzukaufen, sobald STRC unter dem Nennwert von 100 US-Dollar notiert. Den Rahmen dafür hat der Verwaltungsrat seit September schrittweise auf drei Milliarden US-Dollar erhöht, davon sind noch knapp 957 Millionen US-Dollar verfügbar.

Bezahlt werden die Rückkäufe aus dem frei verfügbaren Dollarbestand, und der schmolz von 1,61 Milliarden US-Dollar am 30. August auf 242 Millionen US-Dollar am 25. Oktober, ein Rückgang um rund 85 Prozent. Für Bitcoin blieb entsprechend wenig übrig. Aus Anlegersicht verschiebt sich damit das Bild: Strategy finanziert derzeit vor allem die Stabilität seines Dividendenpapiers und weniger den Ausbau seines Bitcoinschatzes.

Die Dollarreserve sichert Dividenden, aber zu einem Preis

Akut gefährdet sind die Ausschüttungen nicht. Die separate Dollarreserve, die laut Strategy Dividenden auf Vorzugsaktien und Zinsen bedienen soll, lag am 25. Oktober bei 4,83 Milliarden US-Dollar. K33 schätzt, dass sie rund 42 Monate Dividenden abdeckt, was Verkäufe von Bitcoin unwahrscheinlicher macht. Lunde stört sich jedoch an den Kosten: Er unterstellt auf die Reserve eine Verzinsung von 4 Prozent, während STRC mit 12 Prozent bedient wird. Künftige Käufe ließen sich über neue Stammaktien effizienter finanzieren, argumentiert er.

Dass Bitcoinverkäufe kein rein theoretisches Szenario sind, zeigt der Sommer. Im Juni legte Strategy ein Programm auf, über das das Unternehmen Bitcoin verkaufen darf, unter anderem um bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar für die Dollarreserve zu erlösen. Das Bild vom Unternehmen, das Bitcoin ausschließlich anhäuft, hat damit bereits Risse bekommen.

Strive kauft, wo Strategy pausiert

Während Strategy stillhält, greift die Konkurrenz zu. Strive erwarb zwischen dem 17. und 23. Oktober 6.182 Bitcoin zu durchschnittlich rund 82.700 US-Dollar und kommt nun auf 43.000 Coins. Das ist fast doppelt so viel, wie Strategy zwischen dem 13. September und dem 25. Oktober hinzugefügt hatte, nämlich knapp 3.500 Bitcoin. Pikant: Auch Strive setzt auf Vorzugsaktien. Für das neue Papier SATS verspricht das Unternehmen sogar 15 Prozent Dividende und erwartete aus der am 15. Oktober bepreisten Platzierung rund 630 Millionen US-Dollar. Das Modell, das K33 bei Strategy kritisiert, findet also Nachahmer mit noch höherem Kupon.

Für Strategy selbst sieht Matthew Sigel, Leiter der Analyse digitaler Vermögenswerte bei VanEck, STRC am Nennwert als entscheidenden Schauplatz für einen Neustart größerer Käufe über Aktienverkäufe, wie er Mitte Oktober auf X schrieb. Der nächste belastbare Datenpunkt ist die wöchentliche Pflichtmitteilung an die SEC, die Strategy montags veröffentlicht. Dort zeigt sich, ob das Unternehmen wieder Stammaktien verkauft und Bitcoin kauft oder weiter den schrumpfenden Dollarbestand in STRC-Rückkäufe steckt.

Evelyn Schmal, Redaktion Finanzen.at

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquelle: Gajus / Shutterstock.com