Christian Scheid-Kolumne 15.05.2019 13:22:37

Dividenden - Auf Renditejagd

Kolumne

Lenzing zeigte sich auch dieses Jahr wieder äußerst spendabel. Auf der Haupt¬versamm-lung am 17. April haben die Aktionäre des Faserherstellers die Zahlung einer Dividende von 3,00 Euro je Aktie plus einer Sonderdividende von 2,00 Euro je Aktie beschlossen. Ende April wurden somit in Summe 5,00 Euro je Stückaktie ausgezahlt - genau so viel wie im Vorjahr. Damit werde "die gute Umsetzung der Unternehmens¬strategie sCore TEN und die starke Bilanz" reflektiert, teilte Lenzing mit.

Neben Lenzing schütten weitere 31 Unternehmen der 37 im ATX prime gelisteten Gesellschaften dieses Jahr eine Dividende aus. "Das entspricht einer Quote, die sich mit 86 Prozent ungefähr auf demselben Niveau bewegt wie in den deutschen Auswahlindizes", zeigt eine auf www.dividendenadel.de zum Download verfügbare Analyse des Investors und Buchautors Christian W. Röhl. Die Dividendensumme des ATX Prime liegt hingegen nur bei rund 3,8 Mrd. Euro. "Zum Vergleich: Das ist in etwa der Betrag, den in Deutschland allein die Allianz an ihre Aktionäre überweist", so Röhl. Größte Zahler sind Erste Group Bank, OMV und Raiffeisen Bank International, die zusammen mit 1,48 Mrd. Euro knapp 40 Prozent des Ausschüttungsvolumens repräsentieren. "Die fünf Nicht-Zahler haben schon im Vorjahr nicht ausgeschüttet. Es gibt also keinen neuen Ausfall - und nur eine Kürzung, nämlich bei Agrana", so Röhl.

Was den ATX betrifft, liegen von den meisten der 20 im Leitindex enthaltenen Titel inzwischen die Aussagen zur 2018er-Dividende vor. Demnach wird es 15 Mal zu einer Anhebung der Gewinnbeteiligung kommen. Nur in drei Fällen müssen sich die Anteilseigner mit einer Ausschüttung auf Vorjahresniveau zufrieden geben: Andritz, Lenzing und Verbund. Do & Co und Voestalpine werden sich erst noch zu den Ausschüttungsplänen äußern. Zumindest bei Voest zeichnet sich eine Kürzung ab.

Während der ATX selbst aktuell auf eine Dividendenrendite von circa 3,2 Prozent kommt, ist bei einigen Unternehmen weitaus mehr drin. Überdurchschnittliche Renditen werfen etwa die Aktien von Andritz (4,2 Prozent), Uniqa (5,7 Prozent) und der Österreichischen Post (6,1 Prozent) ab. Unter den 37 ATX-Prime-Aktien befinden sich lediglich vier Titel, bei denen es seit mindestens zehn Jahren keine Kürzung mehr gab: "Bestwerte bei der Zuverlässigkeit erreichen Mayr Melnhof Karton (23 Jahre) und Do & Co (21 Jahre), hinzu kommen die Post (13 Jahre) und ganz neu EVN (10 Jahre)", erklärt Röhl. "Bringt man Dividendenkontinuität, Ausschüttungsquote, Ren¬dite und Dynamik in Einklang, bieten Mayr Melnhof Karton sowie mit leichten Abstrichen EVN und Do & Co die höchste Ausschüttungsqualität", ergänzt der Experte.

Grundsätzlich tragen Dividenden längerfristig einen Großteil zu den Gesamterträgen eines Aktienportfolios bei. Seit dem Start der Berechnung 1991 legte der klassische ATX (ohne Dividenden) um gut 210 Prozent zu. Der ATX Total Return hingegen, bei dem Dividenden einfließen, hat im gleichen Zeitraum einen Ertrag von mehr als 477 Prozent abgeworfen. Aufs Jahr gesehen konnten Anleger mit den Blue Chips der Wiener Börse inklusive Ausschüttungen durchschnittlich 6,36 Prozent verdienen. Ohne Dividenden wären es nur 4,07 Prozent pro anno gewesen. Das bedeutet: Mehr als ein Drittel der Langfrist-Rendite österreichischer Aktien resultieren aus Dividenden. Anleger sollten bei ihren Zertifikate-Investments daher unbedingt darauf achten, dass die Ausschüttungen in die Berechnung einfließen.

Christian Scheid, Chefredakteur von Zertifikate Austria, begann sich Mitte der Neunziger Jahre für die internationalen Finanzmärkte zu begeistern. Nach seinem Abschluss zum Diplom-Volkswirt 1999 war er Redakteur und Ressortleiter beim Anlegermagazin "Börse Online". Seit 2006 ist er als Freier Wirtschafts- und Finanzjournalist selbstständig. Hier können Sie sich für den Gratis-Newsletter anmelden: Zertifikate Austria


Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquelle: Zertifikate Austria
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