Rückstellungen 07.02.2024 11:35:00

Hannover Rück von Rückstellungen belastet - Hannover Rück-Aktie dennoch gefragt

Hannover Rück von Rückstellungen belastet - Hannover Rück-Aktie dennoch gefragt

Wie der Rückversicherer mitteilte, lag das EBIT 2023 deutlich unter den Markterwartungen. Beim Nettogewinn übertraf der DAX-Konzern die eigene Erwartung dagegen dank eines positiven Steuereffekts deutlich und erfüllte die Analystenprognose.

Die Hannover Rück fuhr einen operativen Gewinn von 2 Milliarden Euro ein gegenüber einer Konsenserwartung von 2,4 Milliarden Euro und einem Vorjahreswert von 2,1 Milliarden Euro. Im vierten Quartal fielen Rückstellungen an, die zu einem überraschend starken Anstieg des Konfidenzniveaus der Reserven führten. In der Schaden-Rückversicherung lag das operative Ergebnis bei 1,1 Milliarden Euro, während der Markt 1,6 Milliarden erwartet hatte.

Die unterliegende Profitabilität habe sich dagegen wegen des soliden Marktumfelds "sehr erfreulich und vollständig im Rahmen der Erwartungen" entwickelt. Die Personen-Rückversicherung trug 0,9 Milliarden Euro zum EBIT bei und damit mehr als erwartet.

Der Nettogewinn lag bei 1,8 Milliarden Euro. Die Hannover Rück hatte sich "mindestens" 1,7 Milliarden Euro vorgenommen. Der Vorjahreswert von 1,4 Milliarden Euro ist wegen der Umstellung der Bilanzierung auf IFRS 17 nicht direkt vergleichbar.

Die vollständigen Zahlen für 2023 wird die Hannover Rück am 18. März veröffentlichen.

Hannover Rück steigert Preise in Januar-Erneuerung um 2,3 Prozent

Die Hannover Rück hat in der Erneuerungsrunde zum 1. Januar erneut höhere Preise durchsetzen können. In der traditionellen Schaden-Rückversicherung stiegen die Preise inflations- und risikoadjustiert um 2,3 Prozent, wie der DAX-Konzern mitteilte.

Das erneuerte Prämienvolumen nahm zu. Ein Volumen von 9,5 Milliarden Euro oder 62 Prozent des Geschäfts hatte zur Erneuerung angestanden. Die Hannover Rück hat 8,6 Milliarden Euro an Prämienvolumen verlängert und 881 Millionen gekündigt oder in veränderter Form erneuert. Zusammen mit 1,5 Milliarden Euro aus neuen Verträgen sowie aus veränderten Preisen und Anteilen sei das erneuerte Prämienvolumen in einem "attraktiven Marktumfeld" um 6,9 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro gewachsen.

Hannover Rück auf Weg zu Rekordgewinn

Der Rückversicherer Hannover Rück sieht sich dank erneuter Prämienerhöhungen auf Kurs zu einem weiteren Rekordgewinn. Der Überschuss solle 2024 wie geplant auf mindestens 2,1 Milliarden Euro steigen, bekräftigte Vorstandschef Jean-Jacques Henchoz am Mittwoch in Hannover. Zuversichtlich stimmt ihn die jüngste Vertragserneuerung mit Erstversicherern wie Allianz und Generali. Im abgelaufenen Jahr profitierte die Hannover Rück von einem positiven Steuereffekt in Bermuda.

An der Börse wurden die Neuigkeiten positiv aufgenommen: Die Hannover-Rück-Aktie legt am Vormittag zeitweise um 1,99 Prozent auf 231,20 Euro zu und wurde damit so teuer gehandelt wie nie zuvor. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier inzwischen mehr als sechs Prozent gewonnen.

Im vergangenen Jahr erzielte der weltweit drittgrößte Rückversicherer nach vorläufigen Zahlen einen Rekordgewinn von 1,8 Milliarden Euro, rund 100 Millionen mehr als vom Vorstand mindestens angepeilt. Dabei kamen dem Konzern hohe steuerliche Verlustvorträge in Bermuda zugute, wo er wie viele andere Rückversicherer einen Teil seines Geschäfts betreibt.

Weil sich das Steuerrecht in dem britischen Überseegebiet ändert, habe der Konzern die Verlustvorträge statt über mehrere Jahre hinweg jetzt auf einmal in Anspruch genommen, erklärte Henchoz. Dies habe etwa 200 Millionen Euro ausgemacht. In diesem Zuge sank die konzernweite Steuerquote der Hannover Rück von 22,7 Prozent auf 1,4 Prozent.

Der Vorstand nutzte diese Gelegenheit laut Henchoz, um die Rückstellungen für künftige Schäden zu erhöhen und trotzdem sein Gewinnziel zu übertreffen. Die erhöhten Reserven gäben dem Konzern mehr Sicherheit, um seine Ziele für 2024 und 2025 zu erreichen, sagte der Manager in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Die jüngsten Geschäftszahlen sind nicht ohne Weiteres mit den Vorjahreszahlen zu vergleichen, denn seit 2023 berechnen große Versicherer ihre Geschäftszahlen nach neuen Regeln. Für 2022 hatte die Hannover Rück ursprünglich einen Gewinn von 1,4 Milliarden Euro gemeldet. Nach den neuen Regeln hätte er nur etwa 780 Millionen Euro betragen. Henchoz erklärte die Differenz mit einer Reihe von Bilanzierungseffekten sowie der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem weltgrößten Rückversicherer Munich Re (Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft).

Der Versicherungsumsatz stieg 2023 nach den angepassten Zahlen um rund ein Prozent auf 24,4 Milliarden Euro. Vor Zinsen und Steuern stand ein Gewinn von knapp zwei Milliarden Euro, rund 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Analysten hatten jedoch über 400 Millionen Euro mehr erwartet - und nicht mit einer so hohen Zufuhr zu den Schadenreserven gerechnet. Zu den endgültigen Jahreszahlen und zur Dividende will sich der Konzern bei der Veröffentlichung des Geschäftsberichts am 18. März äußern.

Unterdessen setzte die Hannover Rück bei ihren Kunden zum Jahreswechsel erneut höhere Prämien durch. Bei der Vertragserneuerung mit Erstversicherern zum 1. Januar erzielte sie nach Abzug von Inflation und veränderten Risiken einen Preisanstieg von 2,3 Prozent. Der Nachfrage tat dies keinen Abbruch: Die Hannover Rück steigerte ihr erneuertes Prämienvolumen um 6,9 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro.

Beim Geschäftsausbau setzte das Management vor allem auf sogenannte nichtproportionale Verträge. Dabei übernimmt ein Rückversicherer Risiken von Erstversicherern erst ab einer bestimmten Schadensumme - oder nur bis zu einem Höchstbetrag.

FRANKFURT (Dow Jones)

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Bildquelle: Hannover Rück

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