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WKN: 865985 / ISIN: US0378331005
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08.07.2026 16:56:38
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Sánchez spielt Wutrede Trumps über Spanien herunter
ANKARA/MADRID (dpa-AFX) - Nach der wütenden Kritik von US-Präsident Donald Trump hat Spaniens Regierungschef betont beschwichtigend reagiert. "Mit Ruhe und Geduld" nehme er Trumps Worte hin, sagte der Sozialist vor Journalisten.
Trump hatte beim Nato-Gipfel in Ankara Spanien hart attackiert und einen Abbruch der Handelsbeziehungen angekündigt, weil das Land das Nato-Ziel von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigungsausgaben ablehnt und den USA Stützpunkte im Iran-Krieg verweigert hat.
Sánchez berichtete, er habe vor dem Gruppenfoto mit Trump ganz locker und freundlich über Fußball und die Weltmeisterschaft geplaudert. Es habe keinerlei Spannungen gegeben. "Im Gegenteil, es gab nur freundliche Worte und Höflichkeit", sagte der Spanier. Und das sei nach der scharfen Kritik Trumps an Spanien gewesen. Im Übrigen erfülle Spanien seine Zusagen gegenüber der Nato, betonte Sánchez.
Trump in Rage
Der US-Präsident hatte sich bei einer Pressekonferenz über Spanien mal wieder in Rage geredet. "Spanien ist ein verlorener Fall, ein schrecklicher Partner in der Nato", schimpfte er. "Sie beteiligen sich nicht, sie zahlen nicht. Ich will nichts mit Spanien zu tun haben", blaffte er. Und versuchte dann in der für ihn typischen Manier, Spanien lächerlich zu machen. "Mal sehen, wie feindselig sie noch sind, wenn sie kommen und sagen: "Bitte, bitte, wir wollen mit Ihnen Handel treiben, Sir"", sagte er gekünstelt mit spitzem Mund. Er übersah dabei, dass die USA mehr nach Spanien exportieren als umgekehrt.
Sánchez ist einer der schärfsten europäischen Kritiker der Außen- und Militärpolitik Trumps. Als einziges Nato-Land lehnt Spanien die Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts ab.
Dass Spanien ein EU-Land ist, macht Trumps Vorhaben schwierig
Trumps Vorhaben dürfte nicht leicht umzusetzen sein, da Spanien Mitglied der Europäischen Union und des europäischen Binnenmarktes ist, in dem Waren und Dienstleistungen frei gehandelt werden.
In Handelsfragen haben also die Mitgliedsländer ihre Kompetenzen weitgehend an die EU-Kommission in Brüssel abgegeben, die für die Mitgliedsstaaten spricht und verhandelt - auch in Streitfragen wie beispielsweise Zölle.
Sollte Trump wirklich ein Embargo gegen Spanien verhängen, könnte die EU in letzter Konsequenz ihr Instrument gegen wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen nutzen. Dieses könnte es ermöglichen, US-Unternehmen von der Vergabe öffentlicher Aufträge auszuschließen oder Digitalkonzerne wie Apple, Microsoft, Google (Alphabet C (ex Google)), Meta (Meta Platforms (ex Facebook)) mit Zusatzabgaben zu belegen./rfsp/aha/rom/DP/jha
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