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Konkurrenz wächst weiter 09.08.2022 06:44:00

Die Aktien dieser kaum bekannten Tesla-Herausforderern sollten Anleger im Blick behalten

Die Aktien dieser kaum bekannten Tesla-Herausforderern sollten Anleger im Blick behalten

• EVs sind 2021 im Mainstream angekommen
• Anleger haben zahlreiche Investitionsmöglichkeiten
• Wenig bekannte Tesla-Jäger mit Ambitionen


Spätestens im vergangenen Jahr sind Fahrzeuge mit alternativen Antriebsformen im Mainstream angekommen. Die Aussichten für den Elektroautosektor bleiben weiter gut, was sich auch an der wachsenden Zahl der Unternehmen ableiten lässt, die im Elektroautosektor aktiv werden. Für Anleger bedeutet dies eine Vielzahl von Anlagealternativen - auch über den Marktführer Tesla hinaus. Chinesische Konkurrenten wie NIO, Li Auto, Xpeng und BYD sind allesamt börsennotiert und buhlen um die Gunst von Käufern, Investoren und Anlegern. Und auch Traditionsautobauer wie Volkswagen,BMW, GM und Ford haben ihre EV-Aktivitäten deutlich ausgebaut und setzen zunehmend auf alternative Antriebsformen. Darüber hinaus haben auch Unternehmen wie Lucid und Rivian enorme Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Auch hier werden Investoren, die auf den EV-Markt setzen wollen, fündig. Doch längst nicht alle Unternehmen der Branchen sind bereits etablierte Marktplayer, diese wenig bekannten Vertreter des Elektroautosegments sollten Anleger ebenfalls im Auge behalten.

Fisker

Das US-amerikanische Gemeinschaftsunternehmen Fisker gehört zu den neuen Tesla-Herausforderern. Der Konzern hat noch kein Fahrzeug auf dem Markt, aber ambitionierte Pläne: Der SUV mit den Namen "Ocean" soll ab 2022 in Österreich gebaut werden, produziert wird das Fisker-Fahrzeug von Magna in Graz: Dort sollen zunächst zwei Fahrzeuge am Tag vom Band laufen, ab November will Fisker den Ocean dann an Kunden ausliefern. Fisker selbst vermarktet das Fahrzeug unter den Schlagworten: "Dynamisch. Fahrerorientiert. Vollelektrisch." und punktet insbesondere mit einem Solardach, das kostenlose Energie für den batteriebetriebenen Fahrzeugmotor erzeugen soll.

Durch die Auslagerung der Produktion an Magna spart Fisker Geld, zudem spielt das Unternehmen den Umweltaspekt in doppelter Form aus: Neben dem Elektromotor und der Solarenergiequelle auf dem Fahrzeugdach ist auch die Herstellung des Fahrzeugkorpus umweltfreundlich - er soll aus recycelten Materialien bestehen.

Als Zielgruppe haben die US-Amerikaner wohl Käufer von Teslas Model 3 ausgemacht, denn mit einem geplanten Verkaufspreis von 40.000 US-Dollar spielt der Ocean in einer ähnlichen Preisliga wie das Fahrzeug des Musk-Konzerns. Mitte vergangenen Jahres soll es für das Fisker-EV bereits 17.000 Vorbestellungen gegeben haben, inzwischen dürften noch einige dazu gekommen sein. Das macht auch Anlegern Hoffnung, auch wenn die Börsenperformance der Fisker-Aktie noch deutlich hinter der von anderen Branchenvertretern hinterher hinkt: Innerhalb der letzten drei Monate ging es am US-Markt immerhin um rund 19 Prozent nach oben.

Sono Motors

Auch Sono Motors gehört zu den bislang wenig bekannten Tesla-Herausforderern, das deutsche Unternehmen will mit dem Minivan Sion ein Stück vom EV-Kuchen. Sono war jüngst in Schwierigkeiten geraten, was mit den Schwierigkeiten des chinesischen Immobilienentwicklers China Evergrande, der mit Zahlungsschwierigkeiten zu kämpfen hat, in Zusammenhang steht. Denn eine Tochter der Chinesen, der Auftragsfertiger Nevs aus Schweden, sollte ursprünglich die Produktion des Sion übernehmen, eine Produktionsvereinbarung mit Sono gibt es bislang allerdings nicht, hieß es von Seiten der Sono-Gründer bei einem Frage-Antwort-Event im Spätjahr 2021. Sollte die Zusammenarbeit platzen, habe man Alternativpartner kontaktiert: Das Unternehmen habe "auf hoher Ebene mit mehreren europäischen Auftragsfertigern gesprochen".

Trotz der aktuell angespannten Situation, in der sich Sono befindet, zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich, seinen Minivan zeitnah auf die Straßen bringen zu können. Dabei setzen die Deutschen bei ihrem Fahrzeug auf ein ungewöhnliches Konzept: In der Karosserie des Sion ist Solartechnologie verbaut, das Fahrzeug könnte auf diesem Weg "unter idealen Bedingungen durchschnittlich 112 Kilometer pro Woche (in einer sonnigen Woche maximal 245 km) zusätzliche Reichweite allein durch Sonnenenergie generieren", verspricht der Autobauer. Dies sorge für "volle Autarkie auf kurzen Strecken".

Der kürzlich erfolgte Börsengang von Sono an der US-Börse NASDAQ spülte rund 135 Millionen US-Dollar in die Konzernkassen, was die Hoffnung auf eine Realisierung des Sion am Leben hält. "Ja, die Erlöse helfen uns, unser Fortbestehen zu sichern und helfen uns, zusätzliche Investitionen für die Serienproduktion zu tätigen", sagte Gründer und Vorstandschef Laurin Hahn gegenüber der dpa.

Für Anleger ist Sono angesichts der weiterhin unsicheren Lage um eine möglichen Produktionspartner aber dennoch eher ein spekulatives Investment. Das zeigt sich auch an der Aktienkursentwicklung: Innerhalb des letzten Monats hat der Sono-Anteilsschein an der US-Börse rund ein Viertel seines Wertes eingebüßt.

Canoo

Mit Canoo tritt ein weiteres Unternehmen aus dem EV-Segment an, um in die Fußstapfen von Marktführer Tesla zu treten. Der US-Elektroautobauer verzichtet - ebenso wie Fisker und Sono - zumindest in Europa auf den Aufbau einer eigenen Fertigungsanlage und plante stattdessen die Produktion seiner Van- und Lieferwagen-EVs mit Hilfe von VDL Nedcar in den Niederlanden. Doch die Pläne haben sich Ende Dezember zerschlagen, man habe die Gespräche über die geplante Auftragsfertigung von Canoos Lifestyle Vehicle eingestellt, hieß es in einer Pressemitteilung der US-Amerikaner. "Wir wissen die monatelangen Bemühungen von VDL Nedcar zu schätzen, uns eine Option für die Auftragsfertigung zu bieten, aber wir sind zu dem Schluss gekommen, dass eine Fertigung in Amerika besser zu unserer Mission und unserem derzeitigen Schwerpunkt passt", ließ sich Unternehmenschef Tony Aquila in der Mitteilung zitieren. Wahrscheinlich dürften aber auch mögliche Pläne von Konkurrent Rivian zu der Entscheidung beigetragen haben, dieser plant dem Vernehmen nach nämlich eine Übernahme der niederländischen Produktionsstätte VDL Nedcar.

Der Fokus auf die Produktion im eigenen Land soll nun für eine Produktionserhöhung in den Fertigungsanlagen in Arkansas und Oklahoma sorgen. Die Markteinführung des Lifestyle Vehicle sei weiterhin für das vierte Quartal 2022 geplant.

Canoo, dessen Börsengang 2020 im Rahmen einer Fusion erfolgt ist, ist bereits ins Visier der US-Börsenaufsicht SEC geraten, die Ermittlungen gegen das Unternehmen eingeleitet hat. Zudem kam es in den vergangenen Monaten zu massiven Änderungen im Management und auch die Konzernausrichtung änderte sich: Statt als Auftragsfertiger will Canoo seine flache Skateboard-Plattform nur noch für Modelle des eigenen Unternehmens nutzen, ein Verkauf an Dritte soll nun nicht mehr vorgesehen sein.

Die Entwicklungen rund um den noch recht jungen EV-Konzern lassen Anleger zumindest skeptisch werden. An der US-Börse NASDAQ hat die Canoo-Aktie innerhalb eines Jahres mehr als 40 Prozent verloren.

Redaktion finanzen.at

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