Nach Twitter-Kauf 29.11.2022 23:21:00

Investoren sorgen sich um zu großes Twitter-Engagement von Tesla-Chef Elon Musk

Investoren sorgen sich um zu großes Twitter-Engagement von Tesla-Chef Elon Musk

• Reichlich Probleme für Elon Musk bei Twitter
• Investoren fürchten zu viel Ablenkung für den Tesla-CEO
• Musk bleibt zuversichtlich

Die Twitter-Übernahme durch Elon Musk sorgt für reichlich Negativschlagzeilen: etwa die Entlassung von 50 Prozent der Beschäftigten oder die Verifizierungspläne bei Twitter. Musk hat diesbezüglich jüngst erklärt, dass er im Twitter-Hauptquartier in San Francisco "arbeiten und schlafen" werde, bis die "Organisation gefixt" ist.

Tesla-Investoren besorgt

Bei Tesla-Investoren wächst nun jedoch die Sorge, dass sich der Tausendsassa zu sehr verzettelt. Denn mit SpaceX, Neuralink oder The Boring Company, um die sich Musk ebenfalls kümmert, gibt es ihrer Ansicht nach ohnehin schon reichlich Ablenkung für den Milliardär. So war etwa kürzlich aus Gerichtsdokumenten zu entnehmen, dass Chairman Robyn Denholm schon 2018 beklagte, die "minimale Zeit", die Elon Musk bei Tesla verbringe, werde "zunehmend problematisch".

Mit Twitter fürchten die Investoren nun, dass sich Musk endgültig zu viel aufgehalst hat, und das in einer Zeit, in der Tesla vor großen Herausforderungen steht, insbesondere die stärker werdende Konkurrenz aus China. "Die Tesla-Investoren werden zunehmend frustriert", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Gene Munster, einen Managing Partner der Venture Capital-Firma Loup Ventures. "Er wird wahrscheinlich mehr Zeit für Twitter aufwenden, als irgendeinem Tesla-Investor recht ist." Munster selbst geht davon aus, dass Twitter während der nächsten sechs bis zwölf Monate Musks Aufmerksamkeit erfordert.

Auch Dan Ives, der lange ein überzeugter Tesla-Bulle war, hat sich kritisch zum Twitter-Deal geäußert. Denn zum einen hat sich Elon Musk in diesem Jahr in mehreren Tranchen von Tesla-Aktien im Wert von insgesamt knapp 20 Milliarden US-Dollar aus seinem Besitz getrennt, um damit die Twitter-Übernahme zu finanzieren. Dies ließ den Tesla-Aktienkurs einbrechen. Zum anderen sorgt sich der Analyst bei der Investmentfirma Wedbush, die zahlreichen Negativschlagzeilen könnten auch ein schlechtes Licht auf Tesla werfen und dem Image des Autokonzerns schaden. Er sprach laut jüngsten Medienberichten von einem "Zirkus" und einem "absoluten Debakel", das aufhören müsse. Nach Meinung von Ives sollte sich Musk statt auf Twitter lieber auf sein "goldenes Kind" Tesla konzentrieren.

Selbst Tesla-Investor Ross Gerber, ein starker Unterstützer von Musk, vertrat laut Reuters jüngst die Ansicht, dass sich Tesla einen geeigneten Stellvertreter für seinen CEO suchen sollte. "Ich denke, er [Elon Musk; Anmerkung der Redaktion] hat schließlich den Punkt erreicht, an dem er sich wirklich selbst herausfordert. Ich denke, sie müssen die richtige Person finden. Und offen gesagt, sie haben diese Person einfach nicht."

Musk beschwichtigt

Elon Musk versucht die Gemüter zu beruhigen, räumte aber auch ein, dass sich seine Arbeitsbelastung seit der Twitter-Übernahme signifikant erhöht hat: "Ich habe zu viel Arbeit", gestand er während einer Video-Übertragung auf einer Konferenz in Indonesien. Dennoch versicherte er in einem Tweet: "Ich habe auch Tesla abgedeckt".

"Wenn sich Twitter erst mal auf dem rechten Weg befindet, dann denke ich wird es viel einfacher zu managen sein als SpaceX oder Tesla", gab sich Elon Musk während der Baron Investment-Konferenz in New York City zuversichtlich.

Redaktion finanzen.at

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