E-Mobilität 14.05.2019 21:47:00

Morgan Stanley: Teslas Abhängigkeit von dieser Region nimmt zu

Morgan Stanley: Teslas Abhängigkeit von dieser Region nimmt zu

Die wachsende Abhängigkeit Teslas von China untergrabe die Widerstandsfähigkeit, die Tesla bisher immer gezeigt habe, was ein Grund zur Sorge sein könnte. Für Morgan Stanley ist es allemal ein Grund, sich der Aktie gegenüber vorsichtiger zu positionieren. Hinzu komme die wachsende Abhängigkeit vom Bereich der autonom fahrenden Roboter-Taxis, auch hier hat der Morgan-Stanley-Analyst Bedenken.

Die Nachfrage ist die größte Herausforderung

Doch die größte Herausforderung, der sich Tesla entgegenstellen müsse, sei laut Jonas die Nachfrage. Hier hat der E-Auto-Konzern von dem von vielen als Visionär bezeichneten Unternehmer Elon Musk in letzter Zeit nicht gerade geglänzt: Im ersten Quartal diesen Jahres wies der Autobauer 41 Prozent weniger Verkäufe aus als noch im Vorquartal.

China ist weltweit der größte Markt für Elektrofahrzeuge, Elektroautos werden in großen Städten bevorzugt zugelassen, was es für chinesische Bürger attraktiv macht, E-Autos zu erwerben. Klar, dass auch Tesla seinen Fuß dort in die Tür kriegen und seine Verkäufe steigern will. Im Januar begann Tesla den Bau einer Gigafactory, einer Fertigungsstätte für die Tesla Modelle, in Shanghai, um hohe Einfuhrzölle zu umgehen und somit seine Fahrzeuge günstiger auf dem chinesischen Markt anbieten zu können.

Cashbestände könnten "unangenehm niedrig" werden

Mit diesem Konzept könnte Tesla seine Verkaufszahlen gerade in China tatsächlich steigern, allerdings verschlingt der Bau der Gigafactory zunächst einmal eine Menge Geld. Analysten zeigten sich deshalb erleichtert, als Tesla bekanntgab, 2,7 Milliarden US-Dollar an frischem Kapital einzusammeln. Jonas sieht das Geld allerdings nur als "Überbrückung" für ein Jahr an.

Die Morgan-Stanley-Analysten schätzen, dass die Cashbestände von Tesla von Quartal zu Quartal immer weniger werden, bis sie "unangenehm niedrig" seien. Dass der E-Auto-Konzern neues Kapital in dieser Größenordnung einsammelt, haben die Analysten vorausgesehen, allerdings gingen sie in ihrer Schätzung davon aus, dass Tesla die Finanzspritze erst im nächsten Quartal bräuchte.

Kann ein US-Akteur auf dem chinesischen Elektroautomarkt bestehen?

Eine erwähnenswerte Anzahl an Tesla-Verkäufen in China erwartet Jonas frühestens im ersten Quartal des nächsten Jahres - wenn das Unternehmen es schafft, in der Gigafactory in Shanghai zu produzieren. "Wir glauben, dass die 2019-Luftblase bei der Model-3-Nachfrage anhalten könnte, bis ein bezahlbares, lokal produziertes Model 3 auf den Markt kommt."

Insgesamt steht Jonas der Entwicklung von Tesla in China skeptisch gegenüber. Zwar wüssten die Morgan-Stanley-Analysten es zu würdigen, dass Tesla nun für ein paar Jahre versuche in den weltgrößten E-Auto-Markt vorzudringen, allerdings setzen sie nicht auf allzu große Gewinne auf diesem Markt. "Wir haben Bedenken, ob ein US-Akteur im chinesischen EV-Markt langfristig überleben kann." Eher gehen sie davon aus, dass auf lange Sicht chinesische Hersteller das Ruder übernehmen werden.

Redaktion finanzen.at

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