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Rechte Hand gesucht 21.07.2021 22:16:00

Analysten fordern Nachfolge-Regelung für Tesla-Chef Elon Musk

Analysten fordern Nachfolge-Regelung für Tesla-Chef Elon Musk

• Tesla bislang ohne offizielle Nachfolgeregelung für Elon Musk
• Analysten diskutieren Besetzung der COO-Stelle nach dem Vorbild von SpaceX
• Mögliche Kandidaten im Check


Elon Musk ist seit jeher ein umtriebiger Geschäftsmann. Seine Position bei dem Elektroautobauer Tesla ist nur eines von vielen Führungsämtern, die er bekleidet. Zeitgleich steht er noch an der Spitze des Tunnelbauers The Boring Company, fungiert als CEO bei dem Neurotechnologieunternehmen Neuralink und leitet offiziell die Geschicke bei dem Raumfahrtkonzern SpaceX. Jeder einzelne seiner Führungsjobs wäre eine tagesfüllende Tätigkeit und doch hat sich Musk nur bei SpaceX mit COO Gwynne Shotwell Hilfe für das operative Geschäft geholt. Eine Tatsache, auf die Kritiker insbesondere mit Blick auf den börsennotierten Tesla-Konzern immer wieder hinweisen.

Nachfolgeregelung nicht vorhanden

Aktuell ist es für Beobachter schwer vorstellbar, dass Elon Musk seine Tätigkeit bei Tesla abgibt, aber mit Blick auf das Arbeitspensum des 50-Jährigen ist ein solcher Schritt zumindest nicht ausgeschlossen. Eine offizielle Nachfolgeregelung gibt es nicht, wer nach Musk den Chefposten übernehmen könnte, ist heute noch weniger klar als noch vor einigen Jahren, denn in jüngerer Vergangenheit haben einige Top-Manager den Konzern verlassen.

Zuletzt hatte Jerome Guillen dem Elektroautobauer nach über zehn Jahren im Unternehmen den Rücken gekehrt. Guillen hatte zuvor den gesamten Automobilbereich von Tesla verantwortet. "Jerome, der Tesla verlässt, hinterlässt eine riesige Lücke, die schwer zu füllen sein wird und den Druck erhöht, endlich einen COO unter Musk einzustellen", kommentierte Wedbush Securities-Analyst Dan Ives den Abgang in einer E-Mail an CNN Business. "Guillen war in den letzten zehn Jahren ein wichtiger Teil der Tesla-DNA-Erfolgsgeschichte und wurde beauftragt, die schweren Lkw-Unternehmen zu leiten, die sich jetzt in einem Schwebezustand befinden".

Braucht Tesla einen COO?

Einer der Hauptgründe, die eine Nachfolgeregelung bei Tesla schwierig machen ist die Tatsache, dass Elon Musk keinen aktiven Stellvertreter hat. Das operative Geschäft verantwortet der CEO komplett allein, eine offizielle rechte Hand - wie etwa der ehemalige Amazon-Chef Jeff Bezos mit dem aktuellen Neu-CEO Andy Jassy eine hatte - gibt es bei dem Elektroautobauer nicht. Dabei hält Musk dieses Prinzip durchaus nicht bei allen seinen Unternehmungen durch, wie die 2008 erfolgte Ernennung von Gwynne Shotwell zur SpaceX-Präsidentin mit Hauptverantwortung für das operative Geschäft zeigt. Auch bei The Boring Company teilt Musk die Führungsverantwortung zumindest teilweise: Seth Hopper agiert als Director of Loop Operations, Mark Muniz hat den Titel Vice President Operations inne und Steve Davis agiert als President.

Bei Tesla hat Musk auf Druck der US-Börsenaufsicht SEC vor einigen Jahren immerhin den Vorsitz des Verwaltungsrates an Robyn Denholm abgegeben, das operative Geschäft verantwortet der CEO aber weiterhin allein.

Die Frage, ob auch Tesla einen COO besetzen sollte, der Musk den Rücken freihält und ihn im operativen Tagesgeschäft unterstützt, kommt am Markt immer wieder auf. "Wenn Musk etwas zustößt, weiß ich nicht, was Tesla tun würde. Ich habe den Vorstand gedrängt, einen COO und eine Nachfolgeregelung zu erstellen", zitiert CNN Business Ross Gerber, Mitbegründer und CEO von Gerber Kawasaki, einer Investmentfirma, die eine größere Position in Tesla hält, aber kürzlich ihren Anteil reduziert hat. Es sei "absurd, dass ein Unternehmen im Wert von fast 600 Milliarden Dollar so geführt wird […] zumal Musk so viele andere Dinge hat", so Gerber weiter.

Wer als Musk-Nachfolger in Frage käme

Angesichts des Abgangs einiger wichtiger Führungskräfte ist eine mögliche Nachfolger-Personalie für Firmenchef Musk aktuell schwer zu beantworten.

Dass Robyn Denholm - analog zu Shotwell bei SpaceX - den COO-Posten übernehmen könnte, wird am Markt als wenig wahrscheinliche Option gehandelt. Auch Musks Bruder Kimbal, der neben seiner Position im Board von Tesla auch bei SpaceX im Aufsichtsgremium sitzt, dürfte nur äußerst geringe Aussichten auf die COO-Position haben. Ebenso gering werten Beobachter die Chancen von Zachary Kirkhorn, der in seiner Position als "Master of Coin" seit 2019 die CFO-Position bekleidet.

Deutlich besser sehen Experten die Chancen von Andrew Baglio, seit 2006 bei Tesla angestellt und seit 2019 als Teslas Senior Vice President of Powertrain and Energy Engineering tätig ist. David Whiston, ein Autoanalyst bei Morningstar, hält Baglio für den einzig verbleibenden Manager, der als Musk-Nachfolger sinnvoll wäre", so der Experte in einer Mail an CNN Business.

Auch der Name Jeffrey Brian Straubel fällt bei der Diskussion um mögliche Musk-Nachfolger immer wieder. Musks ehemalige rechte Hand ist inzwischen allerdings nur noch als Berater für Tesla tätig, nachdem er bis 2019 den Posten des Chief Technical Officer bei dem Autobauer inne hatte.

Bliebe noch eine externe Lösung. Dass dabei ein Manager eines anderen Autokonzerns in die nähere Auswahl kommen würde, scheint angesichts der Art und Weise, wie Tesla geführt wird, ebenfalls nicht die offensichtlichste Option. Gestandene Automanager, möglicherweise mit jahrelanger Erfahrung bei einem Traditionsautobauer, könnten sich mit der Startup-Mentalität von Tesla schwer tun. Eine Ausnahme könnte in diesem Zusammenhang Herbert Diess bilden, denn Angaben von Business Insider zufolge habe der Manager 2015 sogar einen unterschriftsreifen Vertrag von Tesla vorliegen gehabt. Heute ist Diess aber Chef des deutschen Autobauers Volkswagen und hat die Wolfsburger in Sachen Elektromobilität zu einem ernstzunehmenden Tesla-Konkurrenten gemacht. Obwohl sich Musk und Diess auch privat gut verstehen sollen und stets mit gegenseitiger Wertschätzung übereinander sprechen: Dass Diess seinen Chefposten bei Volkswagen für eine Führungsposition bei Tesla abgibt, scheint angesichts jüngster Entwicklungen allerdings unwahrscheinlich. Denn erst vor wenigen Tagen wurde der Vertrag von Diess bei VW bis 2025 verlängert.

Eine weiter - zumindest teilweise - externe Lösung wäre Gwynne Shotwell, die als COO bei SpaceX das Tagesgeschäft verantwortet. Sie arbeitet in dieser Position bereits erfolgreich mit Musk zusammen und verfügt mit ihrem Abschluss in Maschinenbau und ihrem Master in angewandter Mathematik über einen Background, mit dem sie die Leitung eines Unternehmens wie Tesla meistern könnte. Allerdings scheint es aktuell wenig wahrscheinlich, dass sie ihre Erfolge bei SpaceX zugunsten einer weitgehend unsicheren Position bei Tesla aufgibt.

Tesla selbst hält sich bedeckt

Ob ein Nachfolger für Elon Musk schlussendlich aus den eigenen Reihen kommt oder möglicherweise eine noch nicht bekannte externe Lösung bevorzugt wird, bleibt abzuwarten. Von Seiten des Elektroautobauers ist aktuell zumindest offiziell keine Nachfolgeregelung in Planung.

Doch die Rufe nach einer Entlastung für den Tesla-Chef im Tagesgeschäft werden zunehmend lauter und auch viele Anleger machen sich Gedanken, wie eine Zeit nach Elon Musk aussehen könnte.

Redaktion finanzen.at

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Bildquelle: Joshua Lott/Getty Images,Kevork Djansezian/Freier Fotograf/Getty Images