Bilanzvorlage 25.04.2024 22:19:00

Gewinn von Facebook-Mutter Meta steigt deutlich - Meta-Aktie dennoch tiefrot

Gewinn von Facebook-Mutter Meta steigt deutlich - Meta-Aktie dennoch tiefrot

Im ersten Jahresviertel stiegen die Erlöse von Meta Platforms deutlich: Den Quartalsumsatz bezifferte die Facebook-Mutter auf 36,46 Milliarden US-Dollar, die Expertenschätzungen hatten sich auf 36,14 Milliarden US-Dollar belaufen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte der Konzern von Mark Zuckerberg 28,65 Milliarden US-Dollar umgesetzt.

Im vergangenen Quartal lief das Werbegeschäft von Meta weiter auf Hochtouren. Der Gewinn wurde mit knapp 12,4 Milliarden Dollar (11,6 Milliarden Euro) mehr als verdoppelt. Auf mindestens eine App des Konzerns, zu dem unter anderem auch Instagram und WhatsApp gehören, griffen im März im Schnitt 3,24 Milliarden Nutzer täglich zu.

Nach wie vor hohe Verluste bringt das Geschäft mit der digitalen Welt Metaverse und Brillen zur Darstellung virtueller Realität (VR). Die Sparte Reality Labs verbuchte operativ rote Zahlen von 3,85 Milliarden Dollar. Im Vorjahresquartal hatte sie einen operativen Verlust von knapp vier Milliarden Dollar eingefahren.

Mark Zuckerberg zufrieden

"Es war ein guter Start in das Jahr", sagte Mark Zuckerberg, Gründer und CEO von Meta. "Die neue Version von Meta AI mit Llama 3 ist ein weiterer Schritt zum Aufbau der weltweit führenden KI. Wir sehen ein gesundes Wachstum bei unseren Apps und auch beim Aufbau des Metaversums machen wir weiterhin stetige Fortschritte."

Gegenwind fürchtet das Unternehmen aber offenbar durch Regulatoren: Man beobachte weiterhin eine aktive Regulierungslandschaft in der EU und den USA. "Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf unser Geschäft und unsere Finanzergebnisse haben".

Investitionen sollen deutlich steigen, Prognose enttäuscht

Für das laufende Vierteljahr sagte Meta einen Umsatz zwischen 36,5 und 39 Milliarden Dollar voraus. Analysten im Schnitt mit 38,4 Milliarden gerechnet hatten. Zudem stellt sich der Konzern auf höhere Kosten in diesem Jahr ein, während er verstärkt auf Künstliche Intelligenz setzt. So gibt Meta nun die Spanne für die Ausgaben in diesem Jahr mit 96 bis 99 Milliarden Dollar an. Die bisherige Prognose lag bei 94 bis 99 Milliarden Dollar.

Meta verschreckt mit KI-Visionen vorbörslich die Anleger

Die Aussicht auf milliardenschwere Investitionen in den Wachstumstreiber Künstliche Intelligenz (KI) hat am Donnerstag die Aktie des Social-Media-Giganten Meta auf Talfahrt geschickt. Trotz eines starken Quartalsberichts sackten die Papiere der Facebook- und Instagrammutter an der NASDAQ um 10,56 Prozent auf 441,38 US-Dollar ab. Die Aussicht auf milliardenschwere Investitionen in den Wachstumstreiber Künstliche Intelligenz (KI) hat am Donnerstag die Aktie des Social-Media-Giganten Meta auf Talfahrt geschickt. Trotz eines starken Quartalsberichts sackten die Papiere im frühen Handel um bis zu 16 Prozent auf das niedrigste Niveau seit Anfang Februar ab. Zuletzt konnten sie den Abschlag mit rund 432 US-Dollar auf gut 12 Prozent verringern. Damit sind aber immer noch knapp 160 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet.

Die Papiere der Facebook- und Instagram-Mutter erlitten damit einen herben Dämpfer, nachdem sie bislang in diesem Jahr einen starken Lauf hinter sich hatten. Ihr Rekordhoch erreichten sie am 8. April bei etwas über 530 Dollar. Ihr Gewinn in diesem Jahr sank nun auf rund 22 Prozent, was in der Rangfolge des NASDAQ 100 Index immer noch einen Platz weit vorne bedeutet.

Laut dem Kapitalmarktstrategen Jürgen Molnar von Robomarkets schreckten die Visionen von Meta-Chef Mark Zuckerberg die Anleger ab - kurz nachdem am Vortag die Reaktionen auf solche von Tesla-Chef Elon Musk noch euphorisch ankamen. "Der eine will kostengünstigere E-Autos bauen und der andere die Nummer eins in Sachen Künstliche Intelligenz (KI) werden. Nur, dass Letzterer die Kosten dafür schon beziffert, während der Autobauer mit Details nicht herausrücken wollte."

Zuckerberg verfolgt den Plan, Meta zur Nummer eins bei Künstlicher Intelligenz zu machen. Dass dazu Milliarden in Rechenpower und die Entwicklung entsprechender KI-Modelle gesteckt werden sollen, veranlasse offensichtlich viele Anleger dazu, ihre Papiere zu verkaufen, meint Experte Molnar. Ob und wann sich diese Kosten rechneten, darauf wollten sie wohl nicht warten.

Vor diesem Hintergrund ging unter, dass Meta gute Resultate für das erste Quartal vorlegte. Der gute Geschäftsauftakt rücke angesichts des angekündigten "mehrjährigen KI-Investitionszyklus" in den Hintergrund, konstatierte Analyst Ingo Wermann von der DZ Bank.

Wermann bewertete die Ausweitung des Angebots an KI-Lösungen positiv, auch wenn dies mit kurz- bis mittelfristigen Belastungen verbunden sei. Langfristig dürften die neuen Angebote seiner Einschätzung nach "zu einer längeren Verweildauer der Nutzer und höheren Werbeeinnahmen, vor allem im Bereich des Business Messaging, führen." Der Experte senkte zwar seine Schätzungen für Meta und damit auch den fairen Wert der Aktie, bekräftigte aber seine Kaufempfehlung.

Barclays-Analyst Ross Sandler fasste den Frust der Anleger so zusammen: "Kurz gesagt: Kein Internet-Investor mag einen Investitionszyklus ohne Umsatz." Wenn es jedoch etwas gebe, das der Social-Media-Konzern im Laufe der Jahre bewiesen habe, dann sei es, dass er bei bedeutenden Plattformwechseln in der Technologie extrem gut sei, womöglich sogar am besten. Was die Aktie betrifft, rät Sandler aber erst einmal zur Vorsicht.

Getrübt wurde am Donnerstag auch das Stimmungsbild unter den Investoren anderer Internetkonzerne: Meta war den Anlegern hier kein gutes Omen für die Zahlen von Microsoft oder Alphabet, die nach Börsenschluss erwartet werden. Deren Papiere büßten 4,2 respektive 2,9 Prozent ein. Kein ausreichendes Gegengewicht für den Tech-Sektor waren die steigenden Kurse im Chipsektor, wie sie etwa bei der NVIDIA-Aktie zu beobachten waren.

Redaktion finanzen.at mit Material von dpa (AFX)

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