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Unsicherheit unnötig 26.10.2020 15:59:41

Trübsal bei Gesundheitsaktien dürfte nach US-Wahlen verfliegen

Trübsal bei Gesundheitsaktien dürfte nach US-Wahlen verfliegen

Anleger jedoch können die Auswirkungen des Coronavirus vorerst von ihrer Sorgenliste streichen.

Der Ausbruch von COVID-19 im Frühjahr brachte die Routineversorgung im Gesundheitswesen der USA gehörig aus dem Konzept. Als sich die Krankheit ausbreitete, setzten viele Krankenhäuser chirurgische Eingriffe ohne Notfallcharakter aus, um mit der steigenden Zahl von COVID-19-Patienten fertig zu werden. Millionen von Terminen, die medizinisch nicht dringend geboten waren, wurden abgesagt. Das drückte die Einnahmen von Krankenhausbetreibern und Unternehmen, die Medizinprodukte herstellen.

Erste Ergebnisse des dritten Quartals deuten nun darauf hin, dass sich die Lage wieder normalisiert. Johnson & Johnson meldete Anfang des Monats, dass der Umsatz der Medizinprodukteeinheit im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent zurückging. Dies ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Rückgang von mehr als 30 Prozent, der noch im zweiten Quartal zu verzeichnen war.

HCA Healthcare mit seinen rund 300 Krankenhäusern und chirurgischen Versorgungszentren in den USA gab am 8. Oktober bekannt, dass das Vorsteuerergebnis im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um lediglich drei Prozent sank. Nun plant das Unternehmen, die staatlichen Notkredite in Höhe von 6 Milliarden US-Dollar vorzeitig zurückzuzahlen. Die UnitedHealth Group als größter börsennotierter Krankenversicherer teilte mit, dass die Inanspruchnahme medizinscher Leistungen im dritten Quartal nach einem starken Rückgang im zweiten Quartal nur noch leicht niedriger war als üblich.

Die Aktienkurse haben sich größtenteils erholt: Der S&P Health Care Index stieg in diesem Jahr um 5,7 Prozent und liegt weniger als zwei Prozentpunkte hinter dem breiter gefassten S&P 500 zurück. Die relative Performance der Werte im Gesundheitswesen hat dennoch mit den näher rückenden Präsidentschaftswahlen nachgelassen.

Für die Aktien des Sektors wird es nicht einfach werden, diesen Trend kurzfristig umzukehren, selbst wenn die Gewinnsaison weiterhin starke Ergebnisse zeigt. Ein anhängiger Fall vor dem Obersten Gerichtshof droht, die US-Gesundheitspolitik, die seit 2010 im Rahmen des Affordable Care Act geregelt ist, neu zu gestalten. Jede wesentliche Veränderung am System, das zu einem deutlich verbesserten Zugang zur Versorgung ohne gleichzeitig strikte Kostenkontrolle geführt hat, würde wahrscheinlich der Wall Street missfallen.

Die bevorstehenden Wahlen könnten auch die Aussichten für Gesundheitsaktien beeinträchtigen, wenn beispielsweise die Demokraten als Gewinner hervorgingen und die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses erlangen würden. In diesem Szenario bekämen politische Ideen, die im Kongress schon lange auf Eis liegen, so zum Beispiel Preiskontrollen für über Medicare verkaufte Medikamente, wieder eine Chance. Aus Sicht der Anleger dürfte das kaum für Begeisterung sorgen.

Sobald dies alles verdaut ist, sollten die Aussichten jedoch deutlich besser werden. An den langfristigen Branchengrundlagen wie einer alternden US-Bevölkerung hat sich nichts geändert. Und trotz des erneuten Anstiegs der Infektionszahlen ist es unwahrscheinlich, dass die Verbreitung von COVID-19 zu einem ähnlich starken Rückgang bei den optionalen Behandlungen führt, wie man das vor Monaten erlebte. Darüber hinaus sorgt das hartnäckige Virus auch für zusätzliche Umsätze in Form von Tests, Therapeutika und möglichen Impfstoffen. Zum Beispiel gab Abbott Laboratories an, dass das Diagnosegeschäft im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 40 Prozent gewachsen ist, hauptsächlich dank neuer COVID-19-Produkte.

Was die Branche im Jahr 2020 noch bremste, könnte einen Aufschwung im Jahr 2021 beflügeln. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist höher, als von vielen Anlegern heute gedacht - natürlich sobald sich die politischen Wogen erst einmal geglättet haben.

Von Charley Grant

NEW YORK (Dow Jones)

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