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WKN DE: CB0L03 / ISIN: US2025976059

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Ehrgeizigere Ziele 08.05.2026 17:55:00

Commerzbank-Aktie im Blick: Gewinnanstieg zum Jahresstart - Kürzungsideen der UniCredit zurückgewiesen

Commerzbank-Aktie im Blick: Gewinnanstieg zum Jahresstart - Kürzungsideen der UniCredit zurückgewiesen

Den Ausblick für das Gesamtjahr hob die Bank an.

Der Nettogewinn legte um 9,4 Prozent auf 913 Millionen Euro zu. Analysten hatten in einem vom Unternehmen selbst veröffentlichten Konsens mit 868 Millionen Euro gerechnet. Vor Steuern verdiente die Bank 1,36 Milliarden Euro, ein Plus von 14 Prozent.

Die Erträge stiegen um 4,8 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Der Nettozinsüberschuss trug 2,05 Milliarden Euro bei, ein Rückgang um 1 Prozent. Der Provisionsüberschuss legte um 9 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zu.

Die Eigenkapitalrendite, eine zentrale Steuerungsgröße für die Bank, erhöhte sich auf 12 Prozent von 11,1 Prozent im Vorjahr.

Für das laufende Jahr strebt die Bank nun einen Gewinn von 3,4 Milliarden Euro an nach 2,6 Milliarden im Vorjahr. Die Eigenkapitalrendite soll 12 Prozent erreichen nach 8,7 Prozent. Bislang war die Bank von einem Gewinn von über 3,2 Milliarden Euro und einer Rendite von mehr als 11,2 Prozent ausgegangen.

Commerzbank hält Kürzungspläne der UniCredit für riskant

Die Commerzbank weist die Kürzungsideen der UniCredit als vage und gefährlich zurück. Um die von den Italienern genannten Einsparungen von 800 Millionen Euro bei den Personalkosten zu erzielen, müssten bei der Commerzbank 7.000 Jobs wegfallen, schreibt das Frankfurter Geldhaus am Freitag in einer Präsentation: "Solche extensiven Stellenstreichungen würden das Deutschland-Geschäft beeinträchtigen."

Zudem plane die UniCredit, die in Deutschland bereits mit der Hypovereinsbank (HVB) aktiv ist, für den Fall einer Übernahme weitere Einsparungen von 800 Millionen Euro an Personal- und Sachkosten. Dazu müssten nach Ansicht der Commerzbank-Spitze weitere 3.000 bis 4.000 Vollzeitstellen gestrichen werden.

Das Einsparpotenzial bis zum Jahr 2028 bei der Commerzbank beziffert die UniCredit auf 1,3 Milliarden Euro. Die Frankfurter bezeichnen diese Schätzung als "sehr aggressiv". Damit die Kürzungen tatsächlich 2028 wirksam würden, müssten sie innerhalb eines halben Jahres nach einer Übernahme im Jahr 2027 umgesetzt werden. Dabei gebe es ein hohes Ausführungsrisiko. Zudem drohten der Commerzbank in diesem Fall immense Ertragseinbußen.

Kurz vor dieser Darstellung hatte die Commerzbank selbst angekündigt, bis zum Jahr 2030 zusätzlich zu bereits angekündigten Einsparungen konzernweit etwa 3.000 Vollzeitstellen zu streichen.

Gegenüber den heutigen Anteilseignern wirbt die Commerzbank-Spitze mit der Aussicht auf einen deutlich steigenden Aktienkurs, wenn sie eine Übernahme durch die UniCredit verhindern könne. "Das Angebot von UniCredit bewertet die Commerzbank deutlich unter ihrem Wert." Die Aktionäre der Commerzbank würden von der UniCredit aufgefordert, auf Wertsteigerungspotenzial und Kontrolle zu verzichten, ohne dafür eine Prämie zu erhalten.

Weitere 3.000 Stellen sollen abgebaut werden

Die Commerzbank hat sich neue ehrgeizigere Ziele für den Zeitraum bis 2030 verordnet. Sie will die Eigenkapitalrendite bis 2030 auf 21 Prozent steigern. Das bisherige Ziel für 2028 von mindestens 15 Prozent wurde auf 17 Prozent angehoben. Die neue Strategie beinhaltet einen weiteren Abbau von brutto 3.000 Stellen.

Beim Abbau setze die Commerzbank "auf bewährte Altersprogramme, natürliche Fluktuation und Demografie", hieß es im Bericht zum ersten Quartal. Mit den Arbeitnehmervertretungen seien erste Eckpunkte geregelt worden.

Die Bank hatte bereits bei der Bekanntgabe ihrer Ziele bis 2028 Anfang des vergangenen Jahres den Abbau von 3.900 Stellen bekanntgegeben, davon 3.300 in Deutschland.

Verdi sieht erhebliche Job-Risiken bei Commerzbank-Übernahme

Die Gewerkschaft Verdi befürchtet bei einer Übernahme der Commerzbank durch Unicredit massive Stellenstreichungen. "Unicredit-Chef Andrea Orcel hat jegliches Vertrauen verspielt", sagte Kevin Voß, Commerzbank-Unternehmensbetreuer bei Verdi. "Eine Übernahme würde bei der Commerzbank und der bereits übernommenen Hypovereinsbank (HVB) bis zu 15.000 Arbeitsplätze kosten und keinerlei Mehrwert für Kundschaft und Wirtschaft mit sich bringen."

Im Zusammenhang mit dem von der Commerzbank am Morgen angekündigten weiteren Stellenabbau von 3.000 Vollzeitkräften habe man "wichtige Schutzregelungen für die Beschäftigten" vereinbaren können, teilte Verdi weiter mit. Zentraler Bestandteil der Regelung sei der faktische Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen sowie faire und attraktive Programme für freiwillige Austritte.

Zu den Ambitionen der Commerzbank beim KI-Einsatz sagte Voß, neue Technologien dürften nicht ausschließlich zum Stellenabbau genutzt werden. "Sie müssen auch dazu beitragen, die Arbeit der Beschäftigten spürbar zu erleichtern und Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern."

RBC belässt Commerzbank auf 'Outperform' - Ziel 43 Euro

Die kanadische Bank RBC hat die Einstufung für Commerzbank nach Zahlen auf "Outperform" mit einem Kursziel von 43 Euro belassen. Das Finanzinstitut habe den sehr ambitionierten Plan vorgestellt, die Renditen durch eine Steigerung der Kosten- und Kapitaleffizienz zu erhöhen und gleichzeitig die Erträge zu steigern, schrieb Anke Reingen in einer am Freitag vorliegenden Studie. Gestützt auf die Kostenkontrolle seien die Erwartungen im ersten Quartal mehr oder weniger erfüllt worden.

Die Commerzbank-Aktie verliert im XETRA-Handel zeitweise 3,93 Prozent auf 35,47 Euro.

Dow Jones Newswires / dpa-AFX

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Bildquelle: Commerzbank AG,360b / Shutterstock.com,Julia Schwager/Commerzbank AG

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