Machen Apple, Garmin, Peloton & Co. Fitnessstudios überflüssig? Welche Homefitness-Aktien jetzt einen Blick wert sind | 09.02.21 | finanzen.at

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Pandemie hält an 09.02.2021 22:10:00

Machen Apple, Garmin, Peloton & Co. Fitnessstudios überflüssig? Welche Homefitness-Aktien jetzt einen Blick wert sind

Machen Apple, Garmin, Peloton & Co. Fitnessstudios überflüssig? Welche Homefitness-Aktien jetzt einen Blick wert sind

• Homefitness ist während der Pandemie ein großer Trend
• Viele Unternehmen werden dank Fitness-Fokus zu Pandemie-Gewinnern
• Analysten nicht für alle Werte positiv gestimmt


Wer inmitten der Pandemie als Händler oder Dienstleister darauf angewiesen ist, die Kunden außerhalb des eigenen Zuhause zu empfangen, gehört zu den großen wirtschaftlichen Verlierern der COVID-19-Pandemie. Ob Gastwirte, Friseure, Tätowierer oder Kinobetreiber - Lockdown-Maßnahmen bringen viele von ihnen in Existenznot. Das gilt auch für Fitnessstudio-Betreiber, die die Krise unter Umständen sogar noch deutlich länger zu spüren bekommen werden, als Restaurantinhaber oder Friseure: Denn während Erstgenannte darauf hoffen können, dass die Kunden nach dem Ende der Lockdownmaßnahmen und mit zunehmender Impfdurchdringung der Bevölkerung wieder ihr Haus verlassen, um ihre Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, könnte dies für Fitnessstudios nicht in gleichem Maße gelten. Denn der Sport in den eigenen vier Wänden oder zumindest außerhalb geschlossener öffentlicher Räumlichkeiten boomt - und viele Kunden könnten die flexiblen Sportangebote zu Hause auch nach dem Pandemie-Ende zu schätzen wissen. Ein Grund, Homefitness-Aktien genauer unter die Lupe zu nehmen und im Hinblick auf ihr Kurspotenzial zu untersuchen.

Peloton - Hochpreisige Geräte für interaktiven Sport

Peloton ist erst seit Herbst 2019 an der Börse, hat damit aber den idealen Zeitpunkt für ein IPO abgepasst. Denn während die Peloton-Aktie in den ersten Börsenmonaten zunächst eher seitwärts tendierte, sorgte die Corona-Pandemie ab Frühjahr 2020 für einen massiven Ausbruch des Aktienkurses nach oben. Seit April vergangenen Jahres hat der Anteilsschein rund 500 Prozent zugelegt, was insbesondere der überaus starken Geschäftsentwicklung während der Pandemie zu verdanken war.

Peloton bringt Fitnessfahrräder und -Laufbänder für zu Hause unters Volk. Die Geräte sind durchaus in der Hochpreiskategorie anzusiedeln, hinzu kommen zusätzliche Einnahmen durch Fitnesskurse im Internet. Denn wer ein Peloton-Gerät erwirbt, kann zeitgleich eine Mitgliedschaft für 39 Euro pro Monat abschließen. Wer dies nicht tut, kann das Potenzial seines teuren digitalen Gerätes nicht ansatzweise ausschöpfen. Darauf spekuliert Peloton und auch die Anbieter wissen diese relativ sicheren dauerhaften monatlichen Einnahmen zu schätzen, denn auch wenn die Fitnessstudios ihre Türen wieder öffnen, haben bereits zahlreiche Sportbegeisterte ihre Peloton-Geräte bei sich zu Hause stehen - viele werden diese daher voraussichtlich auch weiterhin nutzen, schließlich ist man mit dieser Art von Homeworkout unabhängig von Öffnungszeiten, spart sich zudem den Weg ins Studio und kann sich dank Technik und Live-Kursen dennoch so fühlen, als sei man beim Sport nicht allein.

Diese Prognosen lassen auch Analysten von der Aktie schwärmen: Das durchschnittliche Rating für Peloton lautet "Overweight", das durchschnittliche Kursziel liegt mit 153,62 US-Dollar über dem aktuellen Aktienkurs.

Lululemon - Mehr als nur Yoga

Auch für Lululemon lief es im vergangenen Jahr durchaus positiv. Die Lululemon-Aktie hat seit April rund 92 Prozent zugelegt, wobei der Anteilsschein nach einem Kurssprung im Frühjahr die Gewinne seitdem eher verteidigt hat. Der Sportausrüster bietet Yogakurse Online an und stellt die passende Kleidung für Yoga-begeisterte Menschen zur Verfügung. Die Yoga-Kleider haben bei Yogis Kultcharakter, weswegen das Unternehmen in diesem Bereich auch hohe Preise aufrufen kann. Doch zuletzt ist die Konkurrenz im Bereich Sportkleidung immer größer geworden. Neben den etablierten Sportausstattern sind inzwischen auch junge Sportswear-Labels wie Oceans Apart oder der Online-Abonnement-Händler Fabletics, die insbesondere auf Influencer-Marketing setzen und damit die jüngere Zielgruppe ansprechen, Teil des Marktes.

Lululemon hat sein Geschäftsfeld im vergangenen Jahr aber über den Verkauf von Yoga-Zubehör und Yoga-Kursen hinaus erweitert. Mit dem Zukauf des Fitness-Spezialisten Mirror hat Luluemon jetzt den virtuellen Fitnessspiegel Vaha im Sortiment. Sportfans, die sich mit dem Spiegel einen virtuellen Fitnesstrainer ins Haus holen, schließen ein Abo ab, was Lululemon ebenfalls verlässliche, wiederkehrende Einkünfte garantiert.

Die Lululemon-Aktie scheint bereits hoch bewertet zu sein, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 404,14 US-Dollar hat der Aktienkurs aber noch deutlich Luft nach oben. Analysten verpassen dem Anteilsschein im Durchschnitt ein "Overweight"-Rating.

Apple - Der IT-Riese mit Fitness-Ambitionen

Nicht nur reine Sportausrüster wie Peloton und Lululemon wollen ihr Stück vom Homesporting-Kuchen, auch der IT-Riese Apple hat seinen Hut in den Ring geworfen. Mit der Apple Watch ist das Unternehmen bereits jetzt stark im Fitnessuhren-Markt positioniert, die Smartwatch könnte Apple künftig weitere Marktanteile in diesem Segment bringen.

Doch das Wearable-Gerät repräsentiert nur einen kleinen Teil von Apples Fitness-Ambitionen, mit seinem Fitness+-Angebot hat Apple darüber hinaus Workout-Programme im Videoformat am Start, die Gesundheitsdaten der Apple Watch auswerten. User können auf Basis ihrer eigenen Leistungsfähigkeit trainieren, die durch die Apple Watch ermittelt wird. Dieses Online-Fitnessstudio zieht monatliche Abokosten nach sich, in den USA werden pro Monat 9,99 US-Dollar fällig, Rabatt gibt es für jene, die eine Jahresmitgliedschaft abschließen.

Apple profitiert also in zweierlei Hinsicht von dem Trend zum Sport zu Hause: Im Hardware-Segment und in der Service-Sparte. Viele Apple-User wissen das geschlossene Ökosystem des Unternehmens, in dem neben Musik- auch Film- und Serienstreaming angeboten wird, zu schätzen. Die Verknüpfung von Hard- und Softwareangeboten dürfte Apple auch im Fitnesssegment zu Gute kommen.

Verbunden mit dem ohnehin anhaltend starken Hardwaresegment und der wachsenden Service-Sparte zeigen sich Analysten mehrheitlich bullish für die Apple-Aktie. Mit einem durchschnittlichen Rating von "Overweight" wird der Anteilsschein positiv bewertet. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 133,23 US-Dollar unterdessen nur knapp unterhalb des aktuellen Aktienkurses.

Fitbit - Google kauft sich im Fitnessbereich ein

Der Fitnessuhrenhersteller Fitbit ist in diesem Segment bereits seit geraumer Zeit ein etablierter Marktplayer. Doch zuletzt hatte die zunehmende Konkurrenz dem Unternehmen die Geschäfte deutlich erschwert, was sich in einem massiven Absturz der Aktie bemerkbar machte, nachdem der Konzern zunächst ein fulminantes IPO gefeiert hatte und sich als Börsenliebling entpuppte.

Rivalen wie Xiaomi und Huawei brachten ähnliche, preislich aber oft deutlich günstigere Konkurrenzgeräte auf den Markt. Der Branchenpionier schaffte es auf der anderen Seite nicht, sich im Smartwatch-Markt einen Namen zu machen, zu anspruchsvoll waren Technik und die finanziellen Herausforderungen. Deutlich besser aufgestellt waren in diesem Segment hingegen Apple und Samsung - für Fitbit eine zu übermächtige Konkurrenz.

Doch die 2,1 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme durch den Internetriesen Google ist eine Win-Win-Situation für beide Unternehmen.

Fitbit hat nun einen finanzstarken Konzern im Rücken, mit dessen Hilfe neue Funktionen und Produkte schneller und effektiver auf den Markt gebracht werden können. Google kauft sich unterdessen wichtiges Know-How und eine immer noch ansehnliche Marktposition im Wearables-Segment ein und verhindert so, den Anschluss an Unternehmen wie Apple im Gesundheitsmarkt komplett zu verlieren. Schließlich verspricht der Wearables-Markt massive Umsätze auch in der Zukunft.

Die Alphabet-Aktie hat aus Analystensicht noch weiteres Aufwärtspotenzial, was allerdings nur zu einem kleinen Teil auf die Fitbit-Übernahme zurückgeführt wird. Für Analysten ist der Anteilsschein durchschnittlich weiter ein "Kauf", das durchschnittliche Kursziel liegt zwar mit 2.020,59 US-Dollar unter dem aktuellen Aktienpreis, dieser hatte allerdings nach der Zahlenvorlage ein neues Rekordhoch erreicht.

Garmin - Der Navigationsspezialist

In einem ähnlichen Segment wie Fitbit ist auch der Schweizer Konzern Garmin aktiv. Auch Garmin stellt Fitness-Uhren- und -Armbänder her, hat seinen Fokus aber auch auf anderen Geschäftsbereichen. Garmin-Uhren und -Smartwatches bieten also Fitnessfunktionen an, die auch in Fitbit-Geräten oder Wearables von Huawei & Co. zu finden sind. Zeitgleich ist das Unternehmen aber zusätzlich im Automobilsegment und in der Navigationsgerätebranche aktiv.

Zuletzt hatte das Unternehmen starkes Wachstum verzeichnen können, während der Corona-Krise haben die Schweizer insbesondere im Smartwatch-Segment stark performt und konnten sich hinter Apple und Samsung den dritten Platz auf dem Smartwatch-Markt sichern, wie die Marktforscher von Strategy Analytics mitteilten.

Aus Analystensicht ist die Aktie aber eher ein "Halten"-Wert. Das durchschnittliche Kursziel von 119,57 US-Dollar liegt in etwa auf dem aktuellen Kursniveau.

Nike, adidas & Co.

Auch Nike, adidas und Under Armour könnten künftig weiter vom Trend zum Sporteln zu Hause profitieren. Als Sportartikelhersteller und Sportausstatter gehören die Unternehmen ebenfalls zu den Profiteuren der Pandemie, wenn auch die Kursausschläge hier nicht so deutlich ausfielen, wie bei Peloton & Co.

Anleger, die vom Homefitness-Markt profitieren wollen, ohne sich aber allein darauf festzulegen, können einen Einstieg bei den großen Sportfirmen in Erwägung ziehen. Von Analysten kommen diesbezüglich aber durchwachsene Signale: adidas bekommt durchschnittlich ein Kursziel von leicht über der aktuellen Kursnotierung verpasst, eine eindeutige Handlungsempfehlung für Anleger geben Analysten aber nicht aus. Nike wird hingegen von den meisten Experten zum Kaufen empfohlen, das durchschnittliche Kursziel liegt deutlich über dem aktuellen Aktienkurs. Under Armour bekommt unterdessen durchschnittlich nur ein "Hold"-Rating, hier geht die Mehrheit der Experten davon aus, dass der faire Kurswert unterhalb der aktuellen Aktienkursnotierung liegt.

Nintendo - Spielerisch fit bleiben

Auch der Entertainment-Profi Nintendo gehört zu den Unternehmen, die dank der Homefitness-Welle zulegen konnten. Zwar gelten Spielekonsolen wie die Nintendo Switch in der Regel nicht als Sportgeräte, doch das Unternehmen hat mit seinem Spiel "Ring Fit Adventure" einen echten Corona-Hit gefeiert, zwischenzeitlich war die Nachfrage nach dem spielerischen Fitnessstudio für Zuhause so groß, dass Kunden den Markt leer kauften. Schon mit Wii Sports hatten die Japaner erste Erfahrungen im Fitness-Spielebereich sammeln können, Wii Fit und Wii Sports Ressort hatte sich zuvor ebenfalls millionenfach verkauft.

Da Nintendo mit seiner Spielekonsole auch abseits des Homefitness-Hypes profitiert, ist die Aktie bei Analysten beliebt und erhält durchschnittlich ein "Buy"-Rating. Das Kursziel liegt deutlich über dem aktuellen Kursniveau.

Redaktion finanzen.at

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Bildquelle: iStockphoto,Nike, Inc.