Wegfallen von Aufträgen 26.02.2020 17:50:00

FACC-Aktie unter Druck: FACC nach neun Monaten mit halbiertem Nettogewinn

FACC-Aktie unter Druck: FACC nach neun Monaten mit halbiertem Nettogewinn

Nach Steuern blieben 16,3 Mio. Euro übrig, nach einem Gewinn von 33,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Umsatzerlöse stiegen indessen von März bis Ende November um 1,8 Prozent auf 596,1 Mio. Euro.

Zur Umsatzsteigerung trugen das "Hochlaufen der in den vergangenen Jahren 2017 und 2018 akquirierten Neuaufträge" im Bereich "Cabin Interiors" (Umsatz plus 17,7 Prozent) sowie "nachhaltige Ratenerhöhungen" im Segment "Engines & Nacelles" (Umsatz plus 11,3 Prozent) bei, hieß es am Mittwoch im Quartalsbericht. Im Bereich "Aerostructures" verdiene FACC die meisten Umsätze mit Aufträgen von Airbus, das Wegfallen der Aufträge für die Boeing 737 Max sowie für die Airbus A3870 habe aber nicht vollständig kompensiert werden können, hieß es weiter. In dem Segment fielen die Umsätze um 15,7 Prozent.

Wie bereits im Halbjahr gingen die Gewinne nach neun Monaten deutlich zurück. Auf operativer Ebene (EBIT) sank das Ergebnis um 41,1 Prozent auf 28,6 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie fiel von 0,72 Euro im Vorjahreszeitraum auf 0,35 Euro.

Im Rumpfgeschäftsjahr 2019 (1. März bis 31. Dezember) konnte das Unternehmen laut vorläufigen Zahlen mit einem Umsatz von 665 Mio. Euro sein angepeiltes Ziel von 600 Mio. Euro klar überschreiten. Laut einer FACC-Aussendung vom Mittwoch belief sich das vorläufige operative Ergebnis (Ebit) auf 34,6 Mio. Euro und die Ertragsmarge (Ebit) auf 5,2 Prozent.

FACC bestätige seine bisher kommunizierten mittelfristigen Wachstums- und Ertragsziele. In den nächsten fünf Jahren strebe das Unternehmen nach eigenen Angaben ein durchschnittliches Wachstum von 5 Prozent und eine Ebit-Marge von 8 bis 10 Prozent an.

In den kommenden Perioden konzentriere sich FACC daher - wie bereits im Jänner bekanntgegeben wurde - vor allem auf die "nachhaltige Steigerung der Ertragskraft", hieß es in der Aussendung weiter. Zu diesem Zweck gebe es ein Effizienzsteigerungsprogramm von bis zu 50 Mio. Euro. Geplant sei eine Verschlankung der Lieferkette - etwa durch Insourcing der Fertigung von strategischen Bauteilgruppen - und eine Optimierung der Geschäftsprozesse.

Der Jahresfinanzbericht sowie ein Ausblick auf das Geschäftsjahr 2020 sollen am 25. März veröffentlicht werden.

FACC macht sich derzeit wenig Sorgen um Coronavirus

FACC sieht trotz drohender Einbußen für Fluggesellschaften durch das Coronavirus derzeit keine Beeinträchtigung für seine Geschäfte. "Aus heutiger Sicht sehen wir das nicht", sagte Konzernchef Robert Machtlinger am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Seit zwei Wochen laufe die Fertigung in China wieder auf sehr hohem Niveau.

Etwa zehn Prozent der Mitarbeiter seien noch nicht wieder im Unternehmen. "Die halten sich an die Quarantäne-Regeln, werden aber in den nächsten Wochen sukzessive wieder kommen", sagte Machtlinger.

Der Konzern mit Sitz im oberösterreichischen Ried, hinter dem mehrheitlich der staatliche chinesische Rüstungskonzern AVIC steht, entwickelt und produziert Flugzeuginnenausstattungen und Verkleidungsteile für Rumpf und Triebwerk aller großen Flugzeughersteller. Mit Airbus machen die Österreicher rund die Hälfte ihres Umsatzes, mit Boeing rund ein Viertel. Airbus hatte zuletzt trotz der Coronavirus-Epidemie die Prognosen zum Luftverkehrswachstum bestätigt.

Dem FACC-Chef zufolge läuft auch die Zulieferung in China durch europäische und amerikanische Anbieter sowie der Schiffstransport von China nach Europa reibungslos. "Wir haben einen Warenbestand von knapp zwei Monaten und es wird auch laufend angeliefert - also wir haben überhaupt keine Engpässe". Auch einen Nachfrage-Einbruch bei den Fluggesellschaften befürchtet Machtlinger nicht. "Kurzfristig sehe ich das nicht, weil einfach der Bedarf vorhanden ist. Die Airlines brauchen die Flugzeuge und rufen sie auch ab".

Anleger in Wien reagieren enttäuscht auf die Ergebniszahlen und schickten die Papiere von FACC 4,84 Prozent nach unten auf letztlich 10,02 Euro, nachdem sie am Morgen zeitweise nur noch 9,50 Euro wert waren.

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