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Rekordquartal 30.10.2020 21:14:00

Apple steigert Umsatz- Apple-Aktie dennoch leichter

Apple steigert Umsatz- Apple-Aktie dennoch leichter

Der verzögerte Marktstart des iPhone 12 hat Apple einen Gewinnrückgang im vergangenen Quartal beschert. Der Konzern verdiente knapp 12,7 Milliarden Dollar - 7,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Umsatz im Ende September abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal stieg unterdessen um ein Prozent auf 64,7 Milliarden Dollar, wie Apple am Donnerstag mitteilte. Dafür sorgte ein gestiegenes Geschäft unter anderem mit iPads und Mac-Computern sowie Dienstleistungen.

Die neuen iPhone-Generationen stellt Apple seit Jahren im September vor - damit tragen sie traditionell noch zum Erlös des Quartals bei. In diesem Jahr verzögerte sich die Entwicklung aber angesichts der Corona-Krise und die vier Modelle des iPhone 12 wurden erst im Oktober präsentiert. Der iPhone-Umsatz sackte nun im Jahresvergleich um ein Fünftel auf rund 26,4 Milliarden Dollar ab. Das lag unter den Erwartungen der Analysten.

Die spannende Frage wird nun sein, ob das Weihnachtsquartal für das iPhone genauso stark läuft wie gewohnt. Finanzchef Luca Maestri sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, der Konzern rechne mit einem Zuwachs in dem Geschäft. Die neuen iPhones sind unter anderem erstmals für den superschnellen 5G-Datenfunk gerüstet. Eine konkrete Prognose für das Vierteljahr gab Apple angesichts der Corona-Unsicherheiten nicht ab. Die Apple-Aktie verlor im nachbörslichen Handel zeitweise rund vier Prozent.

Das iPhone ist nach wie vor das wichtigste Apple-Produkt, sein Anteil am Geschäft des Konzerns war nun aber so niedrig wie schon lange nicht mehr. Es brachte rund 41 Prozent vom Gesamtumsatz ein - in früheren Jahren waren es zum Teil zwei Drittel gewesen. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma IDC sanken die iPhone-Verkäufe im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um rund zehn Prozent auf 41,6 Millionen Geräte. Apple-Chef Tim Cook ließ offen, ob dazu neben dem Fehlen einer neuen iPhone-Generation auch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise beigetragen hätten. Er halte es für möglich, das sei aber schwer zu messen.

Apple war in den vergangenen Jahren erfolgreich damit, Rückgänge beim iPhone unter anderem mit Diensten wie Abos für Musikstreaming oder Online-Speicher sowie Einnahmen aus seiner App-Plattform auszugleichen. Der Konzern hat jetzt 585 Millionen zahlende Kunden für seine Abo-Angebote. Das Dienste-Geschäft ist jetzt die zweitgrößte Erlösquelle des Konzerns mit einem Umsatz von gut 14,5 Milliarden Dollar im vergangenen Quartal - ein Plus von 16 Prozent.

Außerdem entwickelten sich die Computer-Uhr Apple Watch und die AirPods-Ohrhörer zu erfolgreichen Zusatzprodukten. Cook betonte, dass es bei einigen Modellen von iPads, Macs und der Watch nach wie vor Lieferengpässe gebe. Der Umsatz mit Macs stieg im vergangenen Quartal um 29 Prozent auf gut neun Milliarden Dollar. Das könnte unter anderem an dem teuren Mac Pro für professionelle Nutzer liegen. Das iPad-Geschäft wuchs um 46 Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar.

Im gesamten Geschäftsjahr steigerte Apple den Umsatz um 5,5 Prozent auf 274,5 Milliarden Dollar. Der Jahresgewinn stieg um vier Prozent auf 57,4 Milliarden Dollar. Apple hat jetzt Geldreserven von 192 Milliarden Dollar - bei 112 Milliarden Dollar Schulden. Der Konzern hatte sich Geld geliehen, während die Auslandsgewinne bis zur US-Steuerreform außerhalb des Landes lagerten.

Anleger strafen Apple ab

Die gedrückte Stimmung der Apple-Aktionäre seit dem Rekordhoch der Aktie Anfang September hat am Freitag neue Nahrung erhalten. Die vorgelegten Zahlen zum vierten Geschäftsquartal enttäuschten. Vor allem der iPhone-Absatz sorgte für Frust.

Im NASDAQ-Handel büßten die Papiere des iPhone-Herstellers schlussendlich 5,60 Prozent auf 108,86 US-Dollar ein und waren so mit Abstand Schlusslicht im Dow Jones Industrial. Zugleich sackten sie auch unter die 90-Tage-Linie, die aktuell bei etwas über 110 Dollar liegt und charttechnisch interessierten Anlegern den mittelfristigen Trend signalisiert. Anfang September noch, wenige Tage nach dem Aktiensplit, hatten die Apple-Aktien bei knapp unter 138 Dollar den höchsten Stand in ihrer Börsengeschichte erreicht.

Nun schrieb UBS-Analyst David Vogt, dem starken Umsatzwachstum mit iPads und Macs im vierten Geschäftsquartal von Apple hätten schwache iPhone-Zahlen und schwache Geschäfte in China gegenüber gestanden.

Er sieht die Anleger nun in einer Warteposition, denn der Fokus liege jetzt auf dem ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres. Der verzögerte Start des neuen iPhone 12 und der "unklare" Kommentar des Managements, dass es "mit Wachstum beim iPhone während des Dezember-Quartals" rechne, dürfte für Zurückhaltung sorgen, führte er aus. "Und zwar so lange, bis der Markt Klarheit hinsichtlich der Angebotskette hat sowie auch über coronabedingte Geschäftsschließungen und Wiedereröffnungen."

Analyst Tim Long von der britischen Investmentbank Barclays lobte unterdessen, dass alle Geschäftsbereiche sowie das Quartalsergebnis je Aktie (EPS) die Erwartungen übertroffen hätten. Zugleich hob allerdings auch er hervor, dass ihn die iPhone-Umsätze trotz einer beeindruckenden Erholung enttäuscht hätten. "Die neuen iPhones dürften das Wachstum über das Geschäftsjahr 2020/21 hinaus kaum antreiben", konstatierte er. Die beschleunigte Geschäftsentwicklung bei den Services und tragbaren Geräten (Wearables) sei einerseits zwar erfreulich, doch mit Blick auf das Wachstum bei Mac-Computern und iPads erwartet Long schon in wenigen Quartale eine Stagnation.

Redaktion finanzen.at / Dow Jones / dpa-AFX

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